Die letzten Monate waren für Bremen alles andere als einfach. Nach den Hochwasserereignissen rund um den Jahreswechsel 2023/24 hat die Stadt nun ihre Hausaufgaben gemacht. Um sich besser gegen das drohende Hochwasser zu wappnen, setzt man auf ein durchdachtes Konzept, das die Modernisierung von Deichen und die Weiterentwicklung von Entwässerungsanlagen umfasst. Da wird aufgerüstet, und das nicht nur im übertragenen Sinne! Am rechten Weserufer, im Stadtteil Borgfeld, wurde ein neuer Deichverteidigungsweg errichtet. Dieser soll den Einsatzkräften einen schnelleren Zugang ermöglichen und die Materialtransporte effizienter gestalten. Wilfried Döscher, Deichhauptmann, kann hier ein Lied von singen: Der neue Weg ist Gold wert, wenn es darum geht, das benötigte Material schnell zur richtigen Stelle zu bringen.
Umweltsenatorin Henrike Müller (Grüne) hat sich ebenfalls zu Wort gemeldet. Sie berichtete, dass der Deich den heftigen Wassermassen im Winter standgehalten hat – ein wahrhaft bewundernswerter Erfolg! Allerdings gab es auch einige Stellen, die mit Sandsäcken gesichert werden mussten. Ein klarer Hinweis darauf, dass wir uns in einer Zeit befinden, in der Hochwasserereignisse durch den Klimawandel immer wahrscheinlicher und intensiver werden. Und für die Umsetzung dieser Maßnahmen stehen bis 2029 stolze 2,7 Millionen Euro zur Verfügung – fast die Hälfte davon stammt aus Bundesmitteln.
Der Hochwasserschutz in der Gesamtstrategie
Doch Bremen ist nicht allein mit seinen Herausforderungen. Bund und Länder haben erkannt, dass technischer Hochwasserschutz alleine nicht ausreicht. Ein umfassendes Hochwasser-Risikomanagement steht im Fokus, um die Folgen von Hochwasser zu minimieren. Die Ereignisse des Juli 2021 haben eindringlich gezeigt, wie stark der Klimawandel bereits wirkt – Starkregen und Trockenheit treten vermehrt auf. Die Böden sind oft nicht in der Lage, große Wassermengen schnell aufzunehmen. Ein Teufelskreis, der in Hanglagen und Küstenorten die Überflutungsgefahr erhöht.
Die Verantwortung für den Hochwasserschutz liegt dabei größtenteils bei den Ländern. Die Bundesregierung hat jedoch die Aufgabe, rechtliche Anpassungen und finanzielle Unterstützung zu koordinieren. Ein Sofortprogramm zur Klimaanpassung mit 60 Millionen Euro soll dabei helfen, die Klimavorsorge in den Kommunen zu verbessern. Die neue Klimaanpassungsstrategie legt ihren Fokus auf Starkregenmanagement, Renaturierung und vorausschauende Stadtplanung. Das klingt alles sehr technisch, aber letztlich geht es darum, unsere Lebensräume zukunftssicher zu machen.
Gemeinsam gegen die Naturgewalten
Die Notwendigkeit, besser auf Hochwasser und Überschwemmungen vorbereitet zu sein, zeigt sich nicht nur in Bremen, sondern in vielen Gemeinden. Der Bund fordert eine systematische Aufbereitung von Daten über Starkregenereignisse und setzt auf eine intensivere Forschung zu Extremwetterereignissen. Es wird an einheitlichen Standards gearbeitet, um Hochwasser- und Starkregenrisiken besser bewerten zu können. Das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) erstellt aktuelle, satellitengestützte Lagekarten, die für die Planung von Hochwasserschutzmaßnahmen unerlässlich sind.
Die KfW fördert mittlerweile auch Privathaushalte, um diese besser gegen Hochwasser und Starkregen abzusichern. Und das ist gut so – denn jeder kann seinen Teil dazu beitragen, die Gefahren zu minimieren. Projekte zur Bodenentsiegelung und Regenwasserversickerung werden ebenfalls finanziell unterstützt. Das alles zeigt, dass der Hochwasserschutz ein gesamtgesellschaftliches Thema ist, das uns alle betrifft. Bremen ist nur ein Puzzlestück in einem viel größeren Bild, das es zu gestalten gilt.