Heute ist der 8.06.2026 und die Straßen in Bremen sind noch immer voller Leben – das liegt vielleicht an der jüngsten Feier hier in der Stadt. Ein ganz besonderes Jubiläum wurde am 6. Juni gefeiert: Die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) feierte ihr 150-jähriges Bestehen! Stellen Sie sich das mal vor: Vor 150 Jahren, im Jahr 1876, wurde die BSAG als „Actiengesellschaft Bremer Pferdebahn“ ins Leben gerufen. Die Stadt hat sich seither enorm weiterentwickelt, und die Straßenbahn ist ein Teil dieses Wandels. Der Verein der Freunde der Bremer Straßenbahn hat sich dafür eingesetzt, dass die historischen Straßenbahnen weiterhin das Stadtbild prägen. Einfach bewundernswert!
Der Jubiläumskorso, der von 16 bis 18 Uhr in der Obernstraße stattfand, war ein wahrhaft farbenfrohes Spektakel. Rund 50 historische und moderne Fahrzeuge präsentierten sich den Bremern und Besuchern. Die Fahrzeuge spannten einen beeindruckenden Bogen von der Pferdebahn aus dem Jahr 1876 bis zum modernen „Nordlicht“. Natürlich waren auch Oldtimer dabei – sorgfältig restaurierte Schätze, die Geschichten erzählen. Und nicht zu vergessen: elf Straßenbahnen aus 150 Jahren, die alle zusammen ein Stück Geschichte lebendig machten.
Ein Blick in die Vergangenheit
Die Parade wurde von einer Pferdebahn angeführt, die 1888 gebaut wurde und Platz für 16 Fahrgäste bot. Komischerweise denkt man da sofort an die harten Bedingungen, unter denen die Pferdebahner arbeiteten – bis zu 14 Stunden Schicht, ohne Heizung. Die Zeiten haben sich geändert! Ein echtes Highlight war Triebwagen 49, auch liebevoll „Molly“ genannt. Dieser war einer der ersten elektrisch betriebenen Straßenbahntriebwagen in Bremen. „Molly“ rollte zwischen 1899 und 1907 in Walle vom Band und bot 20 Sitzplätze für die Fahrgäste.
Doch nicht nur Straßenbahnen waren Teil der Feierlichkeiten. Ein historischer Borgward-Bus und ein Neoplan aus der Reihe der ersten barrierefreien Busse sorgten für nostalgische Momente. Oldtimer wie Fahrräder aus 1902, Motorräder, Mopeds und Automobile aus den 1920er- bis 1990er-Jahren waren ebenfalls dabei. Es war, als würde man durch die Zeit reisen – die Oldtimer stammten aus verschiedenen Regionen und Ländern und wurden speziell für diese Fahrzeugschau nach Bremen eingeladen. Ein wahrer Augenschmaus!
Die Entwicklung der Mobilität in Bremen
Die BSAG befördert heute Fahrgäste vom äußersten Norden bis in den Süden Bremens und sogar teilweise darüber hinaus, wie nach Lilienthal. Das Verkehrsnetz hat mit über 600 Kilometern eine beeindruckende Größe erreicht. Man kann sich nur schwer vorstellen, dass der höchste Ticketpreis in der Geschichte der BSAG während der Hyperinflation im November 1923 bei 130 Milliarden Mark lag. In diesem Jahr gab es 43 Tariferhöhungen – das ist ein ganz anderes Kaliber als die Preisdiskussionen von heute!
Die Feier zum 150-jährigen Bestehen der BSAG war nicht nur eine Hommage an die Vergangenheit, sondern auch ein Blick in die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs in Bremen. Die Entwicklung der Mobilität spiegelt sich nicht nur in den Fahrzeugen wider, sondern auch in der Art und Weise, wie die Menschen die Straßenbahn und andere Verkehrsmittel nutzen. Ein spannendes Kapitel, das noch lange nicht zu Ende ist. Und das Beste daran: Die Bremer Straßenbahn bleibt ein wichtiger Teil der Stadt und ihrer Menschen!