Heute ist der 24.05.2026, und in Bremen ist die Situation auf den Straßen angespannt. Zwei Menschen haben in diesem Jahr bei tragischen Rechtsabbiegeunfällen mit Lkw ihr Leben verloren, darunter eine Frau Anfang Mai in Bremen-Walle. Diese Vorfälle haben die Diskussion um die Verkehrssicherheit in der Stadt neu entfacht. Die Bürgerschaft hat sich zum Ziel gesetzt, mit der „Vision Zero“ für null Verkehrstote zu kämpfen. Doch die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 2025 gab es sieben Verkehrstote, 2024 waren es sogar elf. Das macht nachdenklich.
Ein zentrales Thema in diesen Diskussionen ist der sogenannte „tote Winkel“ – ein Gefahrenfeld, das regelmäßig für tragische Unfälle sorgt. Um diesem Problem entgegenzuwirken, wurden Abbiegeassistenten in Lkw eingeführt, die anzeigen, wenn sich jemand im toten Winkel befindet. Marcus Ballandis, ein Lkw-Fahrer aus Bremen, ist überzeugt von deren Nutzen. „Es macht einen Unterschied, wenn man sieht, wer sich neben einem befindet“, sagt er. Abbiegeassistenten sind seit 2024 für neue Busse und Lkw über 3,5 Tonnen Pflicht. Doch das Problem ist, dass viele ältere Lkw diese Technik noch nicht nachgerüstet haben.
Ein Aufruf zur Veränderung
Die Diskussion in der Bürgerschaft wird immer lauter. Nachdem die Grünen-Fraktion einen Antrag auf eine Aktuelle Stunde gestellt hat, ist klar: Die Tötung der Fahrradfahrerin in Walle hat die Gemüter bewegt. Jährlich sterben in Deutschland etwa 140 Radfahrerinnen und Fußgängerinnen durch Unfälle mit Lkw. Es ist an der Zeit, die Gefahrenquellen zu reduzieren und die Verkehrssicherheit zu verbessern. Elektronische Abbiegeassistenten mit Kameratechnik könnten ein wirksames Mittel sein, um solche tragischen Vorfälle zu verhindern.
Der Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV) unterstützt die Ausrüstung von Lkw mit Abbiegeassistenten, und das aus gutem Grund. Doch trotz der Fortschritte verfügen nur etwa 56 Prozent der Lkw bereits über diese Technik. Das ist nicht genug! Komischerweise schalten rund 8 Prozent der Fahrerinnen die vorhandenen Abbiegeassistenten sogar ab. Das ist problematisch, und es gibt Berichte, dass Lkw, die innerorts abbiegen, nur mit Schritttempo fahren dürfen. Hier wird bessere Kommunikation und Kontrolle gefordert.
Radwege und Schulungen
Die Verkehrsführung in den Städten muss dringend überarbeitet werden, um die Radwege sicherer zu gestalten. Ein Vorschlag, der auf dem Tisch liegt: das Rechtsabbiegen von Lkw ohne Abbiegeassistenten in gefährlichen Bereichen zu untersagen. Ein weiterer Punkt, der oft übersehen wird, ist die Schulung von Kindern im Bereich Verkehrssicherheit. Hier engagiert sich der DSLV und beteiligt sich an Verkehrserziehungsprogrammen in Schulen und Kindergärten.
Ein Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in der Stadt könnte ebenfalls zur Sicherheit beitragen und die Vision Zero unterstützen. Städte wie Oslo und Helsinki zeigen, dass es möglich ist, die Verkehrssicherheit erheblich zu verbessern. Es ist höchste Zeit, dass Bremen diesen Weg mit Entschlossenheit geht. Schließlich geht es um die Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmerinnen und darum, dass sich alle auf den Straßen wohl und sicher fühlen können.