In Dannenberg (Elbe) tut sich was! Ein neuer Höhepunkt der Region ist die frisch eröffnete Multimediashow im Waldemarturm. Diese Ausstellung nimmt uns mit auf eine Zeitreise zurück ins Jahr 1223 – und das ist nicht einfach irgendeine Geschichte. Es geht um die Gefangenschaft des dänischen Königs Waldemar II. und seines Sohnes, die hier für zwei lange Jahre festgehalten wurden. Wer hätte gedacht, dass dieser 33 Meter hohe Turm einmal solch eine bewegte Vergangenheit birgt?
Die Ausstellung im Waldemarturm, einem Regionalmuseum, verspricht nicht nur historische Einblicke, sondern auch ein ganz besonderes Erlebnis. Bunte Leuchtbilder und akustische Informationen tauchen die Besucher in die Vergangenheit ein. Man kann sich die Geschichten ganz individuell vertiefen – und das ist doch mal etwas anderes, als nur still dasitzen und zuhören! Die Eröffnung war zwar etwas holprig, da Sanierungen und wissenschaftliche Bauuntersuchungen notwendig waren, aber jetzt ist alles bereit, um die Besucher in die faszinierende Welt des Mittelalters zu entführen.
Ein Blick in die Geschichte
Waldemar II. wurde in der Nacht vom 6. zum 7. Mai 1223 von Heinrich Graf von Schwerin entführt. Die Hintergründe waren politischer Natur und hatten tiefgreifende Auswirkungen auf die Region. Die Dänen waren zur damaligen Zeit eine Macht, und die Gefangenschaft des Königs veränderte die politischen Verhältnisse in Nordeuropa erheblich. Auf den ersten Blick könnte man denken, Waldemar II. saß im Waldemarturm – doch ein Baugutachten hat ergeben, dass er gar nicht dort gefangen war, denn das Gebäude wurde erst zwischen 1250 und 1350 erbaut. Wahrscheinlich hielt man ihn in einer Vorgängerburg auf dem Amtsberg fest.
Man fragt sich, wie das Leben im Turm wohl war. Der Zugang geschah über eine Zugbrücke in Höhe des zweiten Stocks – schon ein bisschen geheimnisvoll, oder? Im Laufe der Jahrhunderte hat der Turm viel erlebt: Von Renovierungen bis hin zu Bränden, die Turmspitze fiel 1672 nach mehreren Blitzeinschlägen dem Feuer zum Opfer. Nicht zu vergessen die baufälligen Schlossgebäude, die im 18. Jahrhundert abgerissen wurden. Was bleibt, ist der faszinierende Bergfried, der seit 1955 als Heimatmuseum dient und heute die Ausstellung „Hochwasser“ sowie viele andere spannende Themen zeigt.
Die Freilassung und ihre Folgen
Am 21. Dezember 1225 wurden Waldemar II. und sein Sohn schließlich aus der Gefangenschaft entlassen. Die Freilassung kam nicht ohne hohe Forderungen. Man stellte die Zahlung von 45.000 Mark Silber und die Abtretung von Gebieten zur Bedingung. Ein wahrhaft kostspieliges Unterfangen! Waldemar II. kehrte an Weihnachten 1225 in sein Königreich zurück und plante bereits die Rückeroberung der verlorenen Gebiete. Der König, der den Beinamen „Sejr“ – „der Sieger“ – trug, war ein bedeutender Akteur in der Geschichte Dänemarks. Sein Erbe und die Auswirkungen seiner Herrschaft sind bis heute spürbar.
Die Ausstellung im Waldemarturm ist also mehr als nur ein Blick zurück in die Vergangenheit. Sie erzählt von Machtspielen, Intrigen und dem unaufhörlichen Drang der Menschen, ihre Freiheit zu verteidigen. Wer sich für die Geschichte Dannenbergs und den Lauf der dänischen Monarchie interessiert, sollte diese neue Attraktion nicht verpassen – es gibt viel zu entdecken und zu erleben!