Die iranische Community in Hamburg ist in diesen Tagen besonders aktiv und laut, denn der Krieg zwischen Iran und den USA hat nicht nur geopolitische, sondern auch persönliche Auswirkungen auf das Leben vieler Exil-Iraner hier in Norddeutschland. Soroush Esmaeili, ein 31-jähriger Iraner, der vor seiner Wehrpflicht nach Deutschland geflohen ist, bringt die brutale Realität des iranischen Regimes in die Öffentlichkeit. Er zeigt Propaganda-Videos der Revolutionsgarden und spricht über die erschreckende Rekrutierung von Kindern für den Krieg. Esmaeili, der in Hamburg lebt, äußert deutliche Kritik an der Brutalität des Regimes und zeigt sich skeptisch gegenüber diplomatischen Verhandlungen mit dem Iran. Er berichtet von Drohungen, denen er in Deutschland ausgesetzt ist, während der Kontakt zu seiner Familie im Iran hauptsächlich telefonisch erfolgt.
Seine Mitstreiter in Hamburg, darunter die IT-Beraterin Sheida Nobakht und der Medizinstudent Ali Bordbar, teilen ähnliche Ansichten. Nobakht hat Freunde im Iran, die sich vor Repressionen fürchten, aber dennoch hoffen, dass das Regime durch den Krieg geschwächt wird. Bordbar spricht von der katastrophalen wirtschaftlichen Lage im Iran und der Angst seiner Kommilitonen, sich an Demonstrationen zu beteiligen. Alle drei fordern, nicht mit dem iranischen Regime zu verhandeln, und positionieren sich klar gegen die aktuellen Verhandlungen, die von einer US-Delegation in Pakistan geführt werden sollen.
Die Situation der Exil-Iraner in Deutschland
Die Herausforderungen, mit denen die iranische Community in Deutschland konfrontiert ist, sind vielfältig. Laut Deutschlandfunk leben in Deutschland rund 319.000 Menschen mit iranischem Migrationshintergrund, was die größte iranische Community in Europa darstellt. Viele dieser Menschen gehören zur intellektuellen Elite oder waren politisch aktiv in der Studentenbewegung. Die nachfolgenden Generationen sind häufig gut gebildet und besitzen oft eine doppelte Staatsbürgerschaft. Doch die Meinungen über den Umgang mit dem iranischen Regime sind gespalten, was in der Community immer wieder zu Debatten führt.
Seit Anfang 2026 kommt es in Deutschland zu massiven Protesten gegen das Mullah-Regime, wo viele für einen Umsturz des Regimes eintreten. Diese Proteste haben eine neue Dynamik erhalten, nicht zuletzt durch die militärische Intervention der USA und Israels, die unterschiedlich bewertet wird. Während einige sie als notwendig erachten, lehnen andere militärische Eingriffe ab. Die politische Landschaft ist aufgeladen, und Aktivisten fordern neben einem Regimewechsel auch freie Wahlen, Meinungsfreiheit und Geschlechtergerechtigkeit.
Drohungen und Bedrohungen im Exil
Die Bedrohungen für iranische Exilanten nehmen zu. Berichte über Attacken, Online-Hetze und Drohungen sind in letzter Zeit angestiegen. Das Innenministerium in Berlin warnt Iraner in Deutschland vor möglichen Gefahren, was die angespannte Situation weiter verschärft. Der Einfluss der iranischen Diaspora wird oft als überschätzt angesehen, da viele seit Jahrzehnten im Exil leben und eigene Netzwerke gebildet haben, während das iranische Regime mit wachsendem Druck auf Regimekritiker im Ausland reagiert.
Inmitten dieser komplexen Situation bleibt die Hoffnung auf eine positive Wende im Iran und eine friedliche Lösung des Konflikts. Die Stimmen der Exil-Iraner in Deutschland tragen dazu bei, die Aufmerksamkeit auf die Menschenrechtslage im Iran zu lenken und gleichzeitig den Wunsch nach Freiheit und Gerechtigkeit zu verstärken.