Heute ist der 27.04.2026, und alle Augen sind auf den Buckelwal Timmy gerichtet. Der Wal, der vor der Insel Poel gestrandet ist, könnte bereits in dieser Woche abtransportiert werden. Frühestens am Dienstag ist der Transport geplant, und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Ein Lastkahn, geschoben von dem Schubschiff «Hans», ist bereits auf dem Nord-Ostsee-Kanal bei Hohenhörn unterwegs und soll Timmy samt Wasser in die 400 Kilometer entfernte Nordsee bringen.

Timmy, der zwischen vier und sechs Jahre alt ist, wurde erstmals am 3. März 2026 im Hafen von Wismar gesichtet. Seitdem hat er mehr als die Hälfte der über 50 Tage in Flachwasserzonen verbracht, was möglicherweise auf eine Erkrankung hindeutet. Eine private Initiative kümmert sich seit Mitte April um die Rettung des Wals. Umweltminister Till Backhaus war am Sonntag vor Ort, um den Zustand von Timmy zu überwachen – und obwohl der Wal deutlich abgenommen hat, wird er weiterhin als transportfähig eingestuft.

Die technischen Vorbereitungen

Für den Abtransport sind umfangreiche technische Vorbereitungen nötig. In Wismar wird noch an dem Stahlbecken gearbeitet, in das Timmy während des Transports gesperrt werden soll. Die Zufahrt zur tiefen Fahrrinne wird verbreitert, damit der Wal problemlos auf den Kahn schwimmen kann. In den letzten Tagen wurde eine mehr als 100 Meter lange Rinne vorbereitet. Bis Montag soll zudem eine 110 Meter lange Furche gebaggert werden, um den Abtransport so reibungslos wie möglich zu gestalten.

Größere Umbauarbeiten am Lastkahn sind nicht mehr nötig, da diese bereits in einer Werft durchgeführt wurden. Der Lastkahn hat am späten Sonntagnachmittag den Nord-Ostsee-Kanal erreicht und traf in der Nacht zu Montag in Kiel ein. Experten warnen jedoch vor zusätzlichem Stress für das geschwächte Tier und halten eine Rettung für aussichtslos. Eine Kleintierärztin plant, Blut abzunehmen und Timmy Wasser sowie möglicherweise Nahrungsergänzungsmittel zu verabreichen, um seine Kräfte zu stärken.

Die Herausforderungen des Transports

Trotz aller Vorbereitungen bleibt die Situation angespannt. Ein Tracker wurde am Wal befestigt, funktioniert jedoch nicht unter Wasser, was die Verfolgung des Wals während des Transports erschwert. Es wird an einer neuen Lösung gearbeitet, um Timmy im Auge zu behalten. Währenddessen atmet der Wal weiterhin, hat sich über Nacht jedoch kaum bewegt. Dies nährt die Befürchtungen, dass die Rettungsmission in Gefahr sein könnte.

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Die gesamte Region blickt gespannt auf die Entwicklungen rund um Timmy. Die Initiative, die sich um den Buckelwal kümmert, hat bereits viel Zeit und Mühe investiert, um dem Tier zu helfen. Nun bleibt zu hoffen, dass der Abtransport erfolgreich verläuft und der Wal bald wieder in seiner natürlichen Umgebung schwimmen kann.