Die wunderschöne Insel Sylt, bekannt als Rückzugsort für die Reichen und Schönen, kämpft in diesem Sommer mit einer unerwarteten Welle an Herausforderungen. Gastronomiebetriebe verzeichnen immer wieder sinkende Einnahmen, was nicht etwa am allgemeinem Desinteresse an Sylt liegt. Laut moin.de ist das Sommergeschäft 2023 für viele Gastronomen eher ein Schattendasein. Eine Umfrage des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Schleswig-Holstein hat ergeben, dass jeder dritte Gastronom weniger Umsatz macht als im Vorjahr.

Ein bleibendes Bild für die Sommermonate sind die zahlreichen Regentage, die sich negativ auf die Einnahmen auswirken. Die Urlauber sind lieber vorsichtiger geworden, wenn es um Geld geht: „Sparen im Urlaub“ scheint das neue Motto zu sein. Während die Hotels ausgebucht sind, zeigen sich in der Gastronomie deutlich weniger Gäste. So versorgen sich viele Urlauber selbst und essen nur 2-3 Mal pro Woche in einem Restaurant. Vor allem Familien achten auf die Preise und bestellen weniger hochpreisige Speisen und Getränke.

Die Personalsituation im Gastgewerbe

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der akute Personalmangel in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, der viele Restaurants und Bäckereien zwingt, ihre Öffnungszeiten zu einschränken. Einige Betriebe müssen später starten oder früher schließen, und auch mehr Ruhetage sind an der Tagesordnung. Eine Bäckerei auf dem nordfriesischen Festland hat ihre Öffnungszeiten beispielsweise bis 10 Uhr begrenzt. Schockierende Realität: Auch auf Sylt mussten bereits Bäckereifilialen temporär ihre Türen schließen, während in Westerland eine Selbstbedienungs-Filiale eröffnet wurde, um dieser Problematik entgegenzuwirken. mopo.de hat detailliert über die Schwierigkeiten berichtet, mit denen lokale Gastronomiebetriebe konfrontiert sind.

Der Präsident des Dehoga in Schleswig-Holstein, Axel Strehl, sieht einen grundlegenden Wandel in den Lebensgewohnheiten als Ursache für den Rückgang des Mittagsgeschäfts. Zudem kehren viele Mitarbeiter, die während der Corona-Pandemie kündigten, nicht zurück. Diese Situation wird nicht nur in Schleswig-Holstein beobachtet, auch in Mecklenburg-Vorpommern sank die Zahl der Beschäftigten in Gaststätten, während die Gästezahlen stiegen.

Hohe Kosten als zusätzliches Problem

Die aktuelle Lage wird durch die hohen Kosten noch verschärft. Eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung zeigt, dass seit 2020 ein Viertel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten das Gastgewerbe verlassen hat und nicht zurückkehrt. Die gestiegenen Mehrwertsteuersätze, die nach der Pandemie von 7 Prozent auf 19 Prozent erhöht wurden, treffen die Branche zusätzlich hart. Wie zdf.de berichtet, sind die Umsätze im Gastgewerbe im August 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozent gesunken, trotz eines nominalen Wachstums durch Preiserhöhungen.

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Insgesamt ist die Lage für viele Gastronomen angespannt, was auch die Rückkehr zur Normalität erschwert. Vida Betriebe suchen händeringend nach Fachkräften, selbst im Ausland, doch der Fachkräftemangel ist ein anhaltendes Problem in der Branche.

Die Hoffnung liegt auf den kommenden Monaten: Im September und Oktober kommen wieder Urlauber, die bereit sind, tiefer in die Tasche zu greifen. Ob dies jedoch ausreichen wird, um die derzeitigen Herausforderungen zu bewältigen, bleibt abzuwarten.