Heute ist der 5. Mai 2026 und in Schleswig-Holstein brodelt es in Sachen Rente. Mehr als 80 Prozent der Menschen hierzulande glauben, dass die gesetzliche Rente nicht ausreicht, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Das ist eine erschreckend hohe Zahl, oder? Der Sozialverband Deutschland (SoVD) sieht die gesetzliche Rente als „alternativlos“. Doch wie es aussieht, ist das auch kein Trost für die, die nicht wissen, wie sie im Alter über die Runden kommen sollen. Eine Umfrage des Instituts Civey zeigt, dass rund 82 Prozent der bundesweiten Befragten und etwa 83 Prozent der Schleswig-Holsteiner skeptisch sind, wenn es um die Rente geht. Und die Zahlen sprechen für sich: 56,5 Prozent der Menschen in Schleswig-Holstein können sich nicht einmal leisten, privat für ihr Rentenalter vorzusorgen.

Der Landesgeschäftsführer des SoVD in Schleswig-Holstein, Tim Holborn, macht sich dafür stark, die gesetzliche Rentenversicherung zu stärken. Er fordert eine Erwerbstätigenversicherung, in die alle, auch Beamte und Selbstständige, einzahlen. Das würde die Last ein Stück weit verlagern und die Rentenkassen entlasten. Denn die durchschnittliche Rentenleistung in Schleswig-Holstein betrug im Jahr 2024 etwa 18.509 Euro pro Jahr – das sind 1.542 Euro monatlich. Zum Vergleich: Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 19.211 Euro jährlich, also 1.601 Euro monatlich. Die Wirtschaftsstruktur hier ist nicht gerade ein Zuckerle, besonders die Landwirtschaft und der Tourismus bieten oft nur geringe Löhne.

Die Zukunft der Rente in Schleswig-Holstein

Besonders interessant ist, dass junge Menschen in Städten wie Kiel sich bereits frühzeitig mit dem Thema Rente auseinandersetzen. Die Deutsche Rentenversicherung Nord empfiehlt, spätestens mit dem ersten Job eine Rentenberatung in Anspruch zu nehmen. Und das ist wohl auch notwendig, denn die Beratungsstellen für Rentenfragen sind in mehreren Städten Schleswig-Holsteins verfügbar. Allerdings ist die Verbraucherzentrale SH nicht gerade ein Schnäppchen – hier wird eine Beratungsgebühr von 70 Euro fällig. Wer hätte gedacht, dass das Thema Rente so teuer werden kann?

Die höchsten Renten in Schleswig-Holstein wurden 2024 im Kreis Stormarn mit 20.271 Euro gezahlt, während Flensburg mit 17.598 Euro am Ende der Skala rangiert. Die südlichen Kreise profitieren von der Nähe zu Hamburg, was sich natürlich positiv auf die Rentenhöhe auswirkt. Da fragt man sich schon, ob es nicht an der Zeit ist, die Unterschiede in der Rentenverteilung ein wenig gerechter zu gestalten.

Beratung und Unterstützung

Doch woher bekommt man die Informationen, die man braucht? Auskunfts- und Beratungsstellen bieten eine Vielzahl von Beratungen zu Rente, Versicherung und Rehabilitation an. Die Beraterinnen und Berater sind oft selbst Versicherte oder Rentner, die sich in die Lage der Ratsuchenden hineinversetzen können. Sie helfen bei Renten- und Kontenklärungsanträgen. Haben Sie Fragen zu den verschiedenen Rentenarten? Auch da haben die Beratungsstellen die passenden Informationen parat. Und wenn jemand aus gesundheitlichen Gründen nicht das Haus verlassen kann, sind sogar Hausbesuche möglich. Ein echter Service, oder?

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Die gesetzliche Rentenversicherung hat sich in Deutschland bewährt, auch wenn die Finanzkrise 2008 und die Niedrigzinsphase die Anfälligkeit kapitalgedeckter Altersvorsorgesysteme offengelegt haben. Die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung gilt als leistungs- und anpassungsfähig. Allerdings wird von vielen Seiten gefordert, dass das Drei-Säulen-System der Alterssicherung nicht mehr tragfähig ist. Betriebliche und private Altersvorsorge können die Leistungskürzungen in der gesetzlichen Rentenversicherung nicht ausgleichen. Der SoVD fordert eine Rückkehr zu einem Rentenniveau, das den Lebensstandard sichert, und setzt sich für die Schaffung einer Erwerbstätigenversicherung ein, die alle Berufstätigen einbezieht. Es bleibt spannend, wie sich die Rentenlage in Schleswig-Holstein und ganz Deutschland entwickeln wird.