Am Bahnhof Tornesch, der im Kreis Pinneberg liegt, ist seit Ende März ganz schön der Wurm drin. Die Fahrstühle stehen still – und das nicht nur für ein paar Tage. Bürgermeister Christopher Radon von der CDU hat die Bürger informiert: Der Austausch von defekten Platinen ist nötig, und die Wiederinbetriebnahme der Aufzüge wird voraussichtlich noch bis zum November auf sich warten lassen. Die Reparatur wird die Stadt rund 80.000 Euro kosten. Oje, das ist nicht gerade ein Kleingeld!
Obwohl die beiden Gleise weiterhin über eine Unterführung erreichbar sind, müssen Reisende mit einem Umweg von etwa 600 Metern rechnen. Bei schweißtreibenden Temperaturen oder schwerem Gepäck kann das ganz schön lästig sein. Und als wäre das nicht genug, gibt es auch noch das Toilettenhäuschen am Bahnhof, das ebenfalls defekt ist. Hier könnte sich die Reparatur aufgrund eines Rechtsstreits noch weiter in die Länge ziehen. Man fragt sich, ob die Verantwortlichen hier das große Ganze im Blick haben.
Aufzüge und Mobilität
Die Probleme mit den Aufzügen am Tornescher Bahnhof sind nicht das einzige Sorgenkind im Kreis Pinneberg. Ähnliche Schwierigkeiten gab es erst kürzlich im Elmshorner Bahnhof, wo der einzige Lift für sechs Monate außer Betrieb genommen wurde. Die Deutsche Bahn hatte dort den Austausch des Aufzugs eingeleitet. Reisende mit eingeschränkter Mobilität wurden sogar dazu aufgefordert, bis Tornesch weiterzufahren, um dort den Gleiswechsel per Aufzug vorzunehmen. Jetzt müssen sie stattdessen den Umweg über Pinneberg nehmen, wo die Aufzüge noch funktionieren.
In Tornesch ist nur die Anlage auf der Ostseite beim Park & Ride-Parkplatz betroffen, aber beide Aufzüge wurden abgeschaltet. Laut Techniker Joachim Hinz sind durchgebrannte Platinen und ausgefallene Steuerungsteile die Übeltäter. Die Aufzüge sind bereits 16 Jahre alt, und Ersatzteile werden sogar aus Italien bestellt. Das alles klingt nach einer echten Herausforderung für die Stadt. Caren Neubauer, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, beschreibt die Situation als schwierig für die Bürger. Das kann man nachvollziehen!
Barrierefreiheit im ÖPNV
Doch wie steht es eigentlich um die Barrierefreiheit im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) generell? In Deutschland soll bis 2026 der ÖPNV grundsätzlich barrierefrei sein. Das klingt super, aber die Realität sieht oft ganz anders aus. Laut dem VCD-Bahntest 2023/24 gibt es noch viele Hürden zu überwinden. Hohe Bahnsteige, fehlende Rampen und unzureichende Beschilderung sind nur einige der Probleme, die Menschen mit Mobilitätseinschränkungen im Alltag begegnen. Es ist fast so, als würde man auf ein Hindernisrennen geschickt, ohne sich dafür angemessen vorzubereiten.
Rund 80 % der 5.700 Bahnhöfe in Deutschland gelten zwar als barrierefrei, aber die häufigen Ausfälle von Aufzügen zeigen, dass hier noch viel Luft nach oben ist. Um das Ziel der Barrierefreiheit zu erreichen, braucht es mehr als nur schöne Worte: Fahrzeuge mit Niederflureinstiegen, stufenlose Zugänge zu Bahnsteigen und eine durchdachte Planung sind unerlässlich. Es wird Zeit, dass wir uns diesen Herausforderungen stellen und Lösungen finden, die nicht nur auf dem Papier gut aussehen.
Die aktuelle Lage am Tornescher Bahnhof ist ein Beispiel, das uns zeigt, wie wichtig die regelmäßige Wartung und Instandhaltung von barrierefreien Einrichtungen ist. Damit die Menschen mit Mobilitätseinschränkungen nicht immer wieder vor verschlossenen Türen stehen, brauchen wir eine klare Verantwortung und koordinierte Maßnahmen. Bis dahin bleibt uns nur, das Beste aus der Situation zu machen – auch wenn das manchmal ganz schön frustrierend ist.