Heute ist der 27.04.2026 und in Pinneberg tut sich einiges im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs. Die Stadt begrüßt die Pläne für den Ausbau der Schieneninfrastruktur, insbesondere die Einführung eines 3. und 4. Gleises in Richtung Elmshorn. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Anbindung an Hamburg zu verbessern und die Taktung der S-Bahnen zu erhöhen. Geplant sind auch Takterhöhungen, die den Pendlern zugutekommen sollen und somit die Attraktivität des ÖPNV steigern.
Ein entscheidender Bestandteil dieser Planung ist der neue Haltepunkt „Pinneberg Nord“. Dieser soll die nördlichen Stadtgebiete und das zukünftige Zentralklinikum erschließen. Laut dem aktuellen Entwurf für den Nahverkehrsplan 2027–2031 ist dieser Haltepunkt als „zu planen“ aufgeführt. Die Lage des Haltepunkts ergibt sich aus der Trassenführung der zusätzlichen Gleise zwischen Pinneberg und Elmshorn. Zudem wird ein „Mobility Hub“ in der Nähe des Haltepunkts vorgeschlagen, um die fußläufige Entfernung von etwa 1,5 km zum neuen Zentralklinikum zu überbrücken.
Ein umfassender Nahverkehrsplan
Das Land Schleswig-Holstein plant eine umfassende Modernisierung des Schienenverkehrs. Der aktuelle Entwurf für den landesweiten Nahverkehrsplan (LNVP) 2027–2031 sieht nicht nur die Verbesserung der Taktung durch neue Regionalexpress-Linien vor, sondern auch den Ausbau der S-Bahn-Infrastruktur. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Reaktivierung stillgelegter Strecken, um ländliche Regionen besser anzubinden. Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf der Planung neuer Regio-S-Bahn-Systeme für die Metropolregionen Kiel und Lübeck.
Die Taktverdichtungen bei der S-Bahn nach Wedel und Pinneberg sind ebenfalls im Gespräch. Pinneberg hat bereits im März eine Stellungnahme zu den Planungen abgegeben, da der Anstieg der ÖPNV-Nutzung den steigenden Bedarf an einer erweiterten ÖPNV-Struktur verdeutlicht. Der Ausbau des ÖPNV soll zudem dem „Pull-Effekt“ durch den sechsspurigen Ausbau der A23 entgegenwirken, was für die Stadt von großer Bedeutung ist.
Die Rückkehr zum 10-Minuten-Takt
Besonders spannend wird es, wenn man einen Blick auf die S-Bahn-Linie S3 zwischen Hamburg und Pinneberg wirft. Diese fuhr bis 2024 im 10-Minuten-Takt, musste aber aus Kostengründen auf einen 20-Minuten-Takt umgestellt werden – und das zu den ungünstigsten Zeiten. Viele Gemeinden, darunter auch mehrere Bürgermeister aus dem Kreis Pinneberg, haben sich vehement gegen diese Kürzung gewehrt. Ein offener Brief an das Verkehrsministerium führte dazu, dass der 20-Minuten-Takt nun erst ab 22 Uhr gilt, was eine kleine Erleichterung für die Pendler darstellt.
Mit dem neuen Nahverkehrsplan, der zwischen Sommer und Herbst 2026 veröffentlicht wird, könnte jedoch die Rückkehr zum 10-Minuten-Takt ab 2027 in Aussicht stehen. Voraussetzung dafür sind allerdings ausreichende Bundesmittel. Pinnebergs Bürgermeister Thomas Voerste zeigt sich optimistisch und hofft auf eine Rückkehr zur täglichen 10-Minuten-Taktung, was für die Pendler eine deutliche Verbesserung darstellen würde.
Insgesamt zeigen die Entwicklungen in Pinneberg, dass die Stadt und das Land Schleswig-Holstein entschlossen sind, die Anbindung und den öffentlichen Nahverkehr zukunftssicher zu gestalten. Mit den geplanten Maßnahmen wird nicht nur die Erreichbarkeit verbessert, sondern auch das Ziel verfolgt, den ÖPNV als echte Alternative zum Individualverkehr zu stärken.