In Norderstedt sorgt ein heikles Thema für Aufregung: Die erhöhten Legionellenwerte im Trinkwasser sind nicht gerade ein Grund zum Feiern. Mehrere Wohnungen in der Rathausallee sind betroffen, und das gleich in einem Ausmaß, das einem die Schauer über den Rücken jagt. Bis zu 300-fach über dem Grenzwert – das klingt wie aus einem dieser Horrorfilme, in denen das Wasser plötzlich gefährlich wird. Mieter und Eigentümer müssen nun auf das Duschen verzichten. Das ist natürlich ein herber Schlag für viele, die sich nach einem langen Arbeitstag einfach nur erfrischen wollen.

Die Trinkwasserverordnung des Bundes ist hier ganz klar: Ab 100 koloniebildenden Einheiten pro 100 Milliliter müssen Verunreinigungen gemeldet werden. Im Fall der Rathausallee hat man es allerdings mit einem Maximalwert von 31.300 KBE/100ml zu tun. Das macht schon nachdenklich. Legionellen können grippeähnliche Erkrankungen hervorrufen – Husten, Fieber, Kopfschmerzen. Besonders beim Einatmen von fein versprühtem warmem Wasser, wie beim Duschen, ist die Infektionsgefahr erhöht. Komischerweise konnte die Hausverwaltung bislang keine konkrete Ursache für die Trinkwasserverunreinigung nennen.

Notmaßnahmen und Hygiene

Um dem Problem Herr zu werden, wurden bereits Maßnahmen ergriffen: Eine chemische Reinigung der Trinkwasseranlage ist in vollem Gange. Außerdem sollen die betroffenen Wohnungen in der kommenden Woche spezielle Legionellen-Duschköpfe erhalten. Bis dahin heißt es für die Anwohner, kreativ zu werden – Waschlappen und Baden sind die Alternativen. Da fragt man sich, wie man bei dem ganzen Stress den Alltag weiterhin meistern kann.

Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) sieht vor, dass Wasserversorgungsanlagen regelmäßig überprüft werden. Besonders wenn eine Anlage über einen Trinkwassererwärmer mit mehr als 400 Litern Speicherkapazität verfügt, ist eine Untersuchung erforderlich. Das gilt auch für Leitungen, die mehr als 3 Liter Wasser transportieren. Und wenn das Wasser öffentlich genutzt wird, besteht sogar eine jährliche Untersuchungspflicht. Bei gewerblich betriebenen Anlagen ist das Intervall auf drei Jahre festgelegt. Man sollte sich also nicht wundern, wenn einem mal wieder ein Gesundheitsamt über den Weg läuft.

Legionellen – Ein ernstes Thema

Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien, die in geringen Konzentrationen im Trinkwasser vorkommen können. Sie sind fakultativ-pathogene Krankheitserreger, das bedeutet, dass sie unter bestimmten Bedingungen Infektionen auslösen können. Besonders gefährdet sind ältere Menschen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem. Obwohl gesunde Menschen ein eher geringes Risiko haben, an Legionellose zu erkranken, ist das Thema nicht zu unterschätzen. Die sogenannte „Legionärskrankheit“ kann tödlich verlaufen und ist meldepflichtig. Das sorgt für ordentlich Gesprächsstoff unter den Nachbarn.

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Ein weiterer Punkt: Legionellen verbreiten sich durch das Einatmen von lungengängigen Aerosolen, die beim Duschen entstehen. Daher ist das Wasser nicht nur ein Lebenselixier, sondern kann auch zur Gesundheitsgefahr werden. Für die Anwohner in Norderstedt stellt sich nun die Frage, wie sie in der kommenden Zeit mit dieser Situation umgehen werden. Ein paar Wochen ohne Dusche? Das wird ein Abenteuer!

Am Ende bleibt zu hoffen, dass die Maßnahmen schnell greifen und die Anwohner bald wieder unbeschwert unter der Dusche stehen können. Hygiene, regelmäßige Wartung und Überwachung sind schließlich die Schlüssel, um solchen Problemen vorzubeugen. Und während wir darauf warten, können wir uns immerhin an der Vorstellung erfreuen, dass sauberes Wasser ein Grundrecht ist, das wir uns alle wünschen.