Heute ist der 22.05.2026 und in Neumünster gibt es Grund zur Freude! Eine beeindruckende DDR-Diesellok der Baureihe 118, auch bekannt als V180, hat hier eine neue Heimat gefunden. Sie steht im Kulturlokschuppen an der Brückenstraße, wo sie bald für alle Interessierten ausgestellt wird. Das Stück Technikgeschichte hat das stolze Gewicht von 93,4 Tonnen und stammt ursprünglich aus Potsdam. Eigentümer dieser imposanten Lok ist der 23-jährige Enno Zimmerlinkat, ein Maschinen- und Anlagenbauer, der seine Leidenschaft für schwere Technik entdeckt hat.
Wie kommt man auf die Idee, eine Lokomotive zu kaufen? Enno entdeckte die V180 über die Kleinanzeigen-App und war sofort fasziniert. Er möchte die Lok nicht nur bewahren, sondern auch die Geschichte dahinter erzählen. Die Lok wurde vom Eisenbahnverein aus Weimar übernommen und ist momentan nicht fahrbereit. Aber das hält den jungen Sammler nicht davon ab, seine Pläne in die Tat umzusetzen. Der Transport nach Neumünster war ein ganz eigenes Abenteuer: Die Lok wurde im „Sandwich“-Verfahren transportiert, eingerahmt von anderen Lokomotiven. Man kann sich vorstellen, wie imposant das Ganze aussah!
Eine Lok mit Geschichte
Die Baureihe 118 wurde zwischen 1960 und 1970 im Lokomotivbau Karl Marx in Potsdam gefertigt. Sie gilt als die größte Diesellok, die in der DDR produziert wurde. Die V180 wurde ursprünglich entwickelt, um Dampflokomotiven im S-Bahn-Verkehr rund um Rostock zu ersetzen. Die Entscheidung für Dieselloks fiel, weil sie effizienter waren und die DDR auf günstiges Öl aus der Sowjetunion zurückgreifen konnte. Es ist faszinierend zu wissen, dass der Abschied von Dampfloks in der DDR bis 1988 andauerte, während in Westdeutschland dieser Schritt schon 1977 vollzogen wurde.
Technisch gesehen ist die V180 keine kleine Nummer. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h und einer installierten Leistung von bis zu 883 kW (das sind etwa 1200 PS) bringt sie ordentlich Power auf die Schiene. Die Lokomotive hat eine interessante Achsformel (B’B’C’C’), die ihr eine besondere Wendigkeit verleiht. Zudem sorgt der 12-Zylinder-V-Motor für den nötigen Antrieb. Das alles klingt schon sehr nach einer Maschine, die in der Vergangenheit viele spannende Geschichten erzählt hat.
Ein Blick in die Zukunft
Enno Zimmerlinkat plant eine öffentliche Präsentation seiner neuen Errungenschaft für den 23. Mai, und ich kann mir gut vorstellen, dass viele Menschen kommen werden, um sich diese technische Rarität anzusehen. Er selbst besitzt bereits eine Sammlung schwerer Technik, zu der unter anderem ein Hafenkran und ein Schiffsdieselmotor gehören. Diese Leidenschaft für die Technikgeschichte ist etwas, das verbindet. Es ist wichtig, solche historischen Maschinen zu bewahren und sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, damit die Geschichten der Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten.
Die V180 wird sicher nicht nur ein Blickfang im Kulturlokschuppen sein, sondern auch ein Symbol für die Technikgeschichte der DDR. Es ist beeindruckend, dass Enno sich für die Erhaltung dieser Lok stark macht. Wer weiß, vielleicht ist dies der Beginn einer neuen Ära für die Oldtimer-Lok in Neumünster, die nicht nur technikbegeisterte Menschen anzieht, sondern auch eine ganz neue Generation von Eisenbahnliebhabern inspiriert!