Heute ist der 10.06.2026 und die Situation bei NordAlu in Neumünster ist angespannt. Die Produktion steht seit Anfang Juni 2026 still, und die Frustration unter den rund 100 Beschäftigten ist spürbar. Sie fordern dringend Aufklärung über die Hintergründe, die zu dieser Stilllegung geführt haben. Laut der Gewerkschaft IG Metall sind nicht fristgerecht gezahlte Rechnungen und Gehälter die Hauptgründe für diesen Stillstand. Ob das Unternehmen tatsächlich die Löhne gezahlt hat, wie es behauptet, bleibt ein Thema, das viele beschäftigt.

Bei einem Treffen im Rathaus, an dem Vertreter der IG Metall, des Landes, der Arbeitsagentur und Oberbürgermeister Tobias Bergmann (SPD) teilnahmen, wurde die ernste Lage diskutiert. Der Eigentümer war per Video zugeschaltet – eine etwas distanzierte Art, sich den Fragen der Belegschaft zu stellen. Das Unternehmen hat jedoch zugesichert, dass die ausstehenden Entgelte im Juni überwiesen werden sollen. Die Hoffnung auf eine schnelle Lösung ist da, doch die Unsicherheit bleibt.

Neuverhandlungen und der Runde Tisch

Ein weiterer wichtiger Punkt war die Energieversorgung und die Verfügbarkeit von Rohstoffen. Diese Themen werden aktuell mit den Lieferanten neu verhandelt. Oberbürgermeister Bergmann und die IG Metall betonen die Bedeutung des Runden Tisches, der als Plattform für den Austausch zwischen der Unternehmensführung und dem Inhaber der Immobilie dient. In den nächsten drei Wochen soll das Problem der Energieversorgung gelöst werden. Ein weiteres Treffen aller Beteiligten ist für Anfang Juli angesetzt, und die Erwartungen sind hoch.

Diese Entwicklungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Arbeitsmarktlage in Schleswig-Holstein zwar insgesamt positiv aussieht, aber dennoch Herausforderungen mit sich bringt. Bei einer Pressekonferenz am 26. Januar 2026 zog Markus Biercher von der Bundesagentur für Arbeit eine positive Bilanz für 2025 – mit der höchsten Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter in Schleswig-Holstein: 1.062.800 Personen. Dennoch stieg die Arbeitslosigkeit um 3.400 Personen im Vergleich zum Vorjahr. Der DGB Nord-Vorsitzende Laura Pooth wies darauf hin, dass die Arbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein weniger stark gestiegen ist als in vielen industriellen Zentren im Süden Deutschlands. Das ist ein Lichtblick, aber die Herausforderungen bleiben.

Ausblick und Fachkräftesicherung

Die Aussichten für 2026 sind alles andere als klar. Biercher erwartet eine stabile Arbeitsmarktlage und eine Zunahme der Beschäftigung, während die Fachkräftesicherung nach wie vor eine zentrale Herausforderung bleibt. Pooth warnt, dass es nicht zu einem Abbau sozialer Standards kommen darf, um Fachkräfte zu gewinnen. Der UVNord-Hauptgeschäftsführer Michael Thomas Fröhlich hebt hervor, wie wichtig es ist, Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen und gleichzeitig Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Ein Investitionspaket von Bund und Kommunen soll positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben – ob das für die Beschäftigten von NordAlu zu einer schnelleren Rückkehr in die Produktion führt, bleibt abzuwarten.

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In Neumünster sind die Menschen gespannt, wie es weitergeht. Die Hoffnung auf eine baldige Lösung ist da, aber die Realität ist ungewiss. In einem anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Umfeld sind die nächsten Schritte entscheidend für die Zukunft des Unternehmens und die Arbeitsplätze vor Ort.