Es war ein Tag zum Vergessen für den VfR Neumünster. Am vergangenen Wochenende musste die Mannschaft eine bittere Niederlage einstecken – und das gleich mit 0:6 gegen Holstein Kiel II. Die Fans waren enttäuscht, die Spieler geschockt. Vor diesem Spiel war Neumünster immerhin acht Spiele ungeschlagen und schielte darauf, den guten Lauf fortzusetzen. Stattdessen gab es die höchste Niederlage der Saison. Ein herber Dämpfer, wie Trainer Danny Cornelius es so treffend formulierte.
Die ersten Minuten des Spiels waren ein Albtraum. Nach nur 40 Sekunden zappelte der Ball bereits im Netz, als Leon Parduzi das erste Tor für Kiel erzielte. Und das war noch nicht alles: Nur 15 Minuten später konnte Islam Matene zum 2:0 erhöhen. Neumünster fand einfach keinen Zugriff auf die Kieler Defensive, die sich als eine Mauer erwies. Die Schiedsrichterentscheidungen waren unglücklich für die Neumünsteraner – das Spiel entwickelte sich schnell zu einem frustrierenden Unterfangen.
Die Kieler Offensive macht kurzen Prozess
Die zweite Halbzeit brachte nicht die erhoffte Wende. Im Gegenteil, Aldin Jakupovic schnürte einen Doppelpack – seine Tore fielen in der 49. und 59. Minute. Mätthi Meyer und Oskar von Esebeck sorgten mit ihren Treffern in der 70. und 86. Minute dafür, dass die Schmach perfekt war. Ein 0:6 – das muss man erst einmal verdauen. Cornelius hatte keine positiven Aspekte, die er anführen konnte. „Wir waren körperlich und spielerisch unterlegen“, so sein ernüchterndes Fazit.
Jetzt heißt es, den Blick nach vorne zu richten. Die nächsten Begegnungen stehen bevor: Am 6. Mai geht’s gegen den SV Eichede, gefolgt von einem weiteren Spiel am 10. Mai. Eichede gilt als schwer zu bespielender Gegner, aber Cornelius sieht Hoffnung in der Schnelligkeit seiner Spieler. Vielleicht kann die Mannschaft den Schwung aus der bisherigen Saison und die Geschwindigkeit im kommenden Spiel nutzen.
Die Verbindungen zwischen den Klubs
Eine interessante Fußnote zu diesem Spiel ist die Vielzahl an Verbindungen zwischen dem VfR Neumünster und Holstein Kiel. Zahlreiche Spieler haben im Laufe der Jahre die Farben gewechselt. Vitali von der Mehden und Joris Bente sind nur zwei Beispiele. Sie alle haben die Jugendabteilungen beider Klubs durchlaufen und sind dann auf unterschiedlichen Wegen zum VfR oder zu Holstein Kiel gekommen. Solche Übertritte sind nicht selten und erzeugen eine besondere Rivalität auf dem Platz.
In der Oberliga Schleswig-Holstein, in der beide Teams spielen, zeigt sich ein interessantes Bild: Holstein Kiel II hat einen deutlich jüngeren Kader mit einem Durchschnittsalter von 21,9 Jahren. Im Vergleich dazu ist der VfR Neumünster etwas älter, mit 26,1 Jahren im Schnitt. Dieser Altersunterschied könnte in der kommenden Begegnung eine Rolle spielen, wenn es darum geht, die frische Energie der jungen Spieler gegen die Erfahrung der Neumünsteraner auszuspielen. Aber wie heißt es so schön? Im Fußball ist alles möglich!
Die Oberliga Schleswig-Holstein ist in dieser Saison spannend und bietet jede Menge Überraschungen. Am Ende wird es darauf ankommen, welche Mannschaft die Nerven behält und die richtigen Schlüsse aus ihren Erfahrungen zieht. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob der VfR Neumünster aus dieser Niederlage lernt oder ob die Kieler einfach weiterhin die Oberhand behalten.