Heute ist der 15. Mai 2026 und in Lübeck steht ein ganz besonderes Ereignis vor der Tür. Am kommenden Montag beginnt die Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten, und das mit einem Paukenschlag. Rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland werden erwartet. Das Motto der Veranstaltung verspricht bereits eine klare Ansage: „Geschlechtergerechtigkeit statt Antifeminismus“. Und das wird am ersten Konferenztag mit einer Demonstration gefeiert, die um 16.15 Uhr an der MuK, Wasserseite, startet.

Die Demonstration ist nicht nur ein Zeichen der Solidarität, sondern auch ein Aufruf zur Sichtbarkeit für den Feminismus. Die Lübecker Gleichstellungsbeauftragte, Elke Sasse, hat bereits betont, wie dringend nötig mehr Gleichstellung und Vielfalt in unserer Gesellschaft sind. Ihre Worte klingen nach – und sie sind nicht allein. Kolleginnen aus Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein haben sich ebenfalls ins Zeug gelegt und bunte Demo-Schilder vorbereitet, um der Wut und dem Protest Ausdruck zu verleihen, die viele aus den unterschiedlichsten Gründen empfinden. Es gibt also genug Gründe, um laut zu sein!

Ein Aufruf zur Teilnahme

Die Lübeckerinnen und Lübecker sind herzlich eingeladen, sich an der Demonstration zu beteiligen. Es wird eine Route geben, die von der Untertrave bis zum Holstentor führt und mit einer Schlusskundgebung endet. Ein schöner Anlass, um gemeinsam für die Rechte aller Geschlechter einzustehen und gegen die zunehmend spürbaren Antifeminismus-Strömungen zu protestieren. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat erst kürzlich rechtliche Einschätzungen zu sogenannten „Genderverboten“ veröffentlicht, die in manchen Teilen Deutschlands bereits Realität sind. Ein weiteres Beispiel ist das Verbot der Gendersprache, das die bayerische Staatsregierung im März 2024 beschlossen hat.

Die Veranstaltung in Lübeck steht in einem größeren Kontext. Immer mehr Stimmen – von Wissenschaftlerinnen wie Dorothee Beck und Barbara Stiegler bis hin zu aktuellen Publikationen wie „Gegen Frauenhass“ von Christina Clemm – setzen sich für eine geschlechtergerechte Gesellschaft ein. Gleichzeitig gibt es eine wachsende Zahl von Studien, die sich mit den Phänomenen des Antifeminismus und der Ablehnung von Gender-Themen auseinandersetzen. Die Leipziger Autoritarismus Studie von 2022 bietet spannende Einblicke in diese Entwicklungen, und das zeigt: Wir leben in bewegten Zeiten, in denen es immer wichtiger wird, Stellung zu beziehen.

Eine Stimme gegen den Antifeminismus

Der Druck, der durch antifeministische Bewegungen entsteht, ist nicht zu unterschätzen. Es gibt eine Vielzahl an Publikationen und Analysen, die sich mit dem Verhältnis von Antifeminismus und anderen Formen der Diskriminierung auseinandersetzen. So hat beispielsweise Ulrike Lembke erst kürzlich über verfassungswidrige Sprachverbote geschrieben, die in Teilen unserer Gesellschaft diskutiert werden. Die Auseinandersetzung um Gender und Gleichstellung ist also aktueller denn je und erfordert ein mutiges Auftreten, das am Montag in Lübeck sichtbar werden wird.

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Mit all diesen Gedanken im Hinterkopf wird die Bundeskonferenz nicht nur ein Ort des Austauschs, sondern auch ein bedeutender Moment für viele, die sich in der Gleichstellungsarbeit engagieren. Die Demonstration wird ein starkes Zeichen setzen. Es bleibt zu hoffen, dass die Lübeckerinnen und Lübecker zahlreich erscheinen und gemeinsam für eine gerechtere Zukunft einstehen.