Heute, am 29. April 2026, wurde die Korvette „Lübeck“ feierlich im Hamburger Hafen getauft. Auf der traditionsreichen Werft Blohm + Voss fand dieser bedeutende Anlass statt, der nicht nur die Marine, sondern auch die Stadt Lübeck in den Fokus rückte. Die Taufe wurde von Huong Nguyen, Partnerin des Lübecker Stadtpräsidenten, durchgeführt, während Bürgermeister Jan Lindenau die Verbundenheit mit den Streitkräften unterstrich und der Korvette ein Stadtwappen sowie fünf Bücher überreichte.
Die „Lübeck“ ist das zehntes und vorerst letzte neue Schiff der Klasse K130 für die Deutsche Marine. Mit einer Länge von 89 Metern und Baukosten von etwa 400 Millionen Euro wird sie hauptsächlich zur Aufklärung in der Ostsee eingesetzt. Die Korvette gehört zur Braunschweig-Klasse 130, die für küstennahe Operationen, Aufklärung und Seezielbekämpfung in Nord- und Ostsee konzipiert ist. Ihre Besatzung wird aus 60 Soldatinnen und Soldaten bestehen, und ihr Heimathafen wird Rostock sein.
Technische Details und Baugeschichte
Die Korvette „Lübeck“ ist nicht nur ein technisches Meisterwerk, sondern auch ein Symbol für die maritimen Ambitionen Deutschlands. Die Schiffe dieser Klasse werden von der Arbeitsgemeinschaft K130 unter Federführung von Rheinmetall gefertigt, wobei auch Thyssenkrupp Marine Systems und German Naval Yards beteiligt sind. Vor der Übergabe an die Bundeswehr im Jahr 2028 muss die Korvette verschiedene Tests durchlaufen, die voraussichtlich mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen werden.
Der Bau der „Lübeck“ ist Teil eines größeren Programms, das 2017 mit dem Auftrag über fünf zusätzliche Korvetten begann. Die Entwicklung dieser Schiffe wird durch die Übernahme der Marinesparte NVL von Lürssen durch Rheinmetall im März dieses Jahres untermauert. Rheinmetall-Chef Armin Papperger betonte bei der Taufe die emotionale Bedeutung des Ereignisses sowie die Notwendigkeit, die Prozesse im Marineschiffbau zu beschleunigen.
Arbeitsplätze und Kritik an der Rüstungsindustrie
Die Bundesregierung erwartet, dass die maritime Industrie durch Projekte wie den Bau der „Lübeck“ bis zu 100.000 neue Arbeitsplätze schaffen kann. In Hamburg, wo Blohm + Voss als Zentrum für die Endfertigung großer bemannter Schiffe und unbemannter Marinefahrzeuge fungieren soll, könnte die Mitarbeiterzahl von 650 auf bis zu 1000 steigen. Kritiker hingegen bemängeln die lange Beschaffungsdauer der Schiffe und fordern eine stärkere Hinterfragung des Engagements der Rüstungsindustrie.
Vizeadmiral Axel Deertz bezeichnete die Korvette als ein Statement für maritime Sicherheit im Ostseeraum und äußerte sich auch zu den Herausforderungen, die die langen Beschaffungszeiten mit sich bringen. Der Bau des zweiten Loses K130 hatte teils jahrelange Verzögerungen, insbesondere nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine. Dennoch bleibt die Hoffnung auf eine Digitalisierungsoffensive im Marineschiffbau, um die Schiffe für zukünftige Herausforderungen besser zu rüsten.
Die „Lübeck“ ist nicht nur ein neues Schiff für die Deutsche Marine, sondern auch ein Zeichen für das Engagement und die Ambitionen der maritime Industrie in Deutschland. Mit der Taufe und dem bevorstehenden Bau wird die Korvette ein wichtiger Bestandteil der maritimen Sicherheit in der Region und darüber hinaus.