Die Lübecker maritime Geschichte erhält mit der Taufe der Korvette „Lübeck“ ein neues Kapitel. Als das zehnte und letzte Schiff der Braunschweig-Klasse wurde sie am traditionsreichen Standort Hamburg bei Blohm+Voss feierlich in Anwesenheit von Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Bundeswehr getauft. Huong Nguyen sprach den Taufspruch und verlieh dem Ereignis einen feierlichen Rahmen. Die „Lübeck“ ist fast 90 Meter lang und wurde als Ersatz für Schnellboote konzipiert, um die Sicherheit in Nord- und Ostsee zu gewährleisten.
Die Indienststellung der „Lübeck“ erfolgt nach der Endausrüstung, die in Hamburg stattfindet. Ihr zukünftiger Stützpunkt wird Hohe Düne in Rostock-Warnemünde sein, Heimat des 1. Korvettengeschwaders. Diese neuen Korvetten sind nicht nur modern, sondern auch ein strategischer Schritt, insbesondere nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine 2023. Ein Zielbild sieht vor, dass jederzeit drei Korvetten einsatzbereit sein müssen, was durch insgesamt zehn Einheiten der Braunschweig-Klasse sichergestellt wird.
Technische Raffinesse und Ausstattung
Die „Lübeck“ ist nicht nur ein Schiff, sondern ein hochmodernes Marinegerät mit einer Stammbesatzung von 61 Soldatinnen und Soldaten. Ihre Hauptaufgaben umfassen Aufklärung und die Bekämpfung von Seezielen in den flachen küstennahen Gewässern der Nord- und Ostsee. Ausgestattet mit schweren See- und Landzielflugkörpern des Typs RBS 15 Mk3, die eine Reichweite von über 200 Kilometern haben, ist sie bestens gerüstet für ihre Einsätze. Diese Flugkörper fliegen in Höhen von bis zu zwei Metern über dem Meer, abhängig vom Seegang.
Ein weiteres Highlight der Technik an Bord ist das TRS-3D/16 Radar, das von EADS gefertigt wurde. Mit einer Antenne, die passiv phasengesteuert arbeitet und eine beeindruckende Ortungsreichweite von bis zu 110 km gegen Kampfflugzeuge bietet, kann die Korvette bis zu 300 See- und Luftziele gleichzeitig verfolgen. Diese Fähigkeiten werden durch ein ausgeklügeltes Kommunikationsstörsystem ergänzt, das eine effektive Überwachung und Selbstverteidigung ermöglicht.
Tradition und Zukunft
Der Name „Lübeck“ hat eine lange Tradition in den deutschen Seestreitkräften und ist bereits das fünfte Schiff, das nach der Hansestadt benannt wurde. Vorgängerinnen waren eine Radkorvette, ein Kleiner Kreuzer und zwei Fregatten, die alle ihren Teil zur maritimen Geschichte Deutschlands beigetragen haben. Die letzte Fregatte wurde 2022 außer Dienst gestellt, was die Taufe der neuen Korvette umso bedeutungsvoller macht.
Die „Lübeck“ wird nicht nur ein Symbol für die maritime Sicherheit Deutschlands sein, sondern auch ein Zeichen für Innovation und Fortschritt in der Marine-Technologie. Der Rüstungshersteller Rheinmetall, der kürzlich Blohm+Voss übernommen hat, unterstreicht die Bedeutung der „Lübeck“ für die zukünftige Sicherheitspolitik in der Region. Mit der „Lübeck“ wird ein neues Zeitalter in der deutschen Marine eingeläutet, das auf modernen Technologien und einer starken Tradition basiert.