Heute, am 24. Mai 2026, hat die Stadt Lübeck einiges zu bieten, vor allem die faszinierende Pilgerreise des Ensemble Pygmalion. Unter der Leitung des charismatischen Dirigenten Raphaël Pichon sind die Musiker, die mit Herzblut und Leidenschaft bei der Sache sind, auf den Spuren von Johann Sebastian Bach unterwegs. Von Wolfenbüttel aus machten sie sich auf den Weg, der Bach einst im Jahre 1705 von Arnstadt nach Lübeck führte. Eine Reise, die nicht nur musikalische Wurzeln freilegt, sondern auch das 20-jährige Jubiläum des Ensembles feiert!

Die heutige Etappe führt die Pilger von Bienenbüttel nach Lüneburg – eine Strecke von etwa 15 Kilometern. Während des Gehens, so betont Pichon, gibt es immer wieder diese Momente der Reflexion über Bachs Musik und die Traditionen, die sie bis heute prägen. Für Pichon ist diese Wanderung eine Art Rückbesinnung, eine Gelegenheit, die Seele der Barockmusik und die Inspiration, die Bach bis heute ausstrahlt, neu zu ergründen. Sängerin Alice Foccroulle beschreibt den Weg als eine ständige Suche nach technischer und interpretatorischer Verbesserung – als ob sie und ihre Kollegen mit jedem Schritt ein Stück mehr zu Bachs Geist finden.

Ein Weg voller Inspiration

Eine kleine Anekdote am Rande: Die Atmosphäre in Städten wie Arnstadt, wo die erste Etappe stattfand, ist einfach inspirierend! Die historischen Gassen und die ehrwürdigen Kirchen schaffen ein Gefühl von Authentizität und Verbundenheit mit der Musik vergangener Zeiten. Hier, genau hier, hat Bach seine erste Stelle als Organist angetreten – und es ist kein Wunder, dass diese Umgebung die Musiker dazu anregt, tiefer in die Materie einzutauchen.

Pichon hat sich nicht nur die Route von Bach auf die Fahne geschrieben, sondern plant auch, mit norddeutschen Musikern aufzutreten. Ziel ist es, die Verbindung zwischen den Menschen durch Musik zu fördern und das kulturelle Erbe auf eine ganz neue Art und Weise zu erforschen. Die gesamte Reise von Wolfenbüttel nach Lübeck wird sich über zehn Tage erstrecken und ist Teil eines größeren Projektes, das die germanischen und italienischen Einflüsse auf Bachs Werk kartografiert.

Ein musikalisches Erbe

Bach selbst war 20 Jahre alt, als er diese 400 Kilometer lange Reise antrat, geprägt von bescheidenen Verhältnissen, aber voller Ambitionen. Der junge Organist wollte nichts weniger als die musikalische Ausbildung bei Dietrich Buxtehude. Diese Reise stellt für ihn eine künstlerische Erweckung dar, die sein späteres Schaffen maßgeblich beeinflusste. In vielen kleinen Orten, wo Pygmalion auftritt, wird den Zuhörern die Barockmusik nähergebracht. Das Ensemble möchte, dass die Zuhörer nicht nur hören, sondern auch fühlen und erleben, was diese Musik bedeutet.

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Das Projekt „Chemins de Bach 2026“ ist mehr als nur eine Reise; es ist eine künstlerische Suche und ein Nachdenken über die Traditionen, die uns bis heute begleiten. Pichon hinterfragt das Erbe der Alten Musik – wie kann man es neu interpretieren, ohne seine Wurzeln zu verlieren? Und dabei ist die Musik, die sie spielen, nicht nur eine Erinnerung, sondern eine lebendige Kraft, die auch nach Jahrhunderten noch inspiriert und bewegt.

Es sind aufregende Aufführungen von Bachs Werken geplant, darunter die Matthäus-Passion und „Jauchzet Gott in allen Landen“. Und während die Pilger weiterhin von Ort zu Ort ziehen, bleibt die Vorfreude auf das große Finale in Lübeck spürbar. Hier, wo alles begann, wird die letzte Station der Pilgerreise sein – ein würdiger Abschluss für eine Reise voller musikalischer Entdeckungen und menschlicher Begegnungen.