In Lübeck tut sich was! Die Ameos Klinika Lübeck ist mit von der Partie bei der bundesweiten Aktionswoche Alkohol, die vom 13. bis 21. Juni 2026 stattfindet. Die Aktion wird von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (DHS) organisiert und hat ein ganz wichtiges Motto: „Entdecke, wie viel mehr in dir steckt – mit weniger oder ganz ohne Alkohol“. Eine Botschaft, die zum Nachdenken anregt und im besten Fall zum Handeln motiviert.
Heike Schorz-Roscher, eine Diplom-Sozialpädagogin und systemische Therapeutin, wird in Facharztpraxen Informationsgespräche zu Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten bei Alkoholabhängigkeit anbieten. Wer interessiert ist, kann sich schon jetzt einen Termin für den 24. Juni 2026 von 10:00 bis 15:00 Uhr sichern. Diese Gespräche könnten eine wertvolle Gelegenheit sein, um mehr über die Unterstützungsmöglichkeiten zu erfahren.
Film und Dialog – Ein Thema für alle Generationen
Ein weiteres Highlight dieser Aktionswoche ist die Veranstaltung „Film und Dialog“, die sich speziell mit dem Thema „Wieder leben lernen – Alkoholismus im Seniorenalter“ beschäftigt. Am Dienstag, den 16. Juni 2026, findet im KoKi Lübeck (Mengstraße 35, 23552 Lübeck) eine Filmvorstellung und anschließende Gesprächsrunde statt. Das Ameos Reha Klinikum Lübeck wird dort sein Programm „Älter werden ohne Sucht“ vorstellen. Es ist so wichtig, auch im Alter einen klaren Kopf zu bewahren – da ist jede Initiative willkommen!
Am Mittwoch, den 17. Juni 2026, wird Dr. Martin Lison, der ärztliche Leiter der Ameos Klinika Lübeck, über ein besonders sensibles Thema referieren: die Fetale Alkoholspektrumsstörung (FASD), die durch Alkoholkonsum während der Schwangerschaft entsteht. Dieses Thema betrifft nicht nur die werdenden Mütter, sondern die gesamte Gesellschaft. Die Veranstaltung findet im Ameos Klinikum Neustadt (Haus 1, UG), Wiesenhof, 23730 Neustadt i.H. statt und beginnt um 17 Uhr. Es ist entscheidend, die Auswirkungen von Alkohol in der Schwangerschaft ins Bewusstsein zu rücken, denn die Folgen sind gravierend.
Die Schattenseiten des Alkoholkonsums
Wusstet ihr, dass Alkoholkonsum während der Schwangerschaft in Deutschland weit verbreitet ist und gravierende Folgen für das ungeborene Kind haben kann? Pränatale Alkoholexposition (PAE) kann zu Fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD) führen, die nicht nur Wachstumsauffälligkeiten, sondern auch Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen mit sich bringen. Schätzungen zufolge sind etwa 1,8 % der Kinder und Jugendlichen in Deutschland betroffen – das sind rund 177 betroffene Kinder pro 10.000 Lebendgeburten. FASD ist damit häufiger als jede andere angeborene chronische Erkrankung. Das setzt die Prävention, Diagnostik und Versorgung vor große Herausforderungen.
FASD umfasst verschiedene Krankheitsbilder, darunter das Fetale Alkoholsyndrom (FAS) mit typischen fazialen Auffälligkeiten und Wachstumsstörungen, das partielle Fetale Alkoholsyndrom (pFAS) sowie die alkoholbedingte entwicklungsneurologische Störung (ARND). Letztere zeigt sich oft in neuropsychologischen Auffälligkeiten, ohne dass es zu den typischen Gesichtsmerkmalen kommt. Die Beeinträchtigungen können durch frühzeitige Förderung positiv beeinflusst werden, was die Notwendigkeit unterstreicht, frühzeitig zu intervenieren.
Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe
In der neuen S3-Leitlinie „Fetale Alkoholspektrumstörungen (FASD) bei Kindern und Jugendlichen – Diagnostik & Intervention“ aus dem Jahr 2025 wurden evidenzbasierte Empfehlungen für Interventionen entwickelt, die individuell angepasst werden sollten. Ein wichtiger Punkt ist die Unterstützung von Eltern und Bezugspersonen, denn sie spielen eine zentrale Rolle in der Entwicklung der Betroffenen. Prävention wird als gesamtgesellschaftliche Aufgabe betrachtet – es gibt einfach keine „sichere“ Alkoholmenge in der Schwangerschaft.
Die S3-Leitlinie definiert auch diagnostische Kriterien für FASD, die auf vier zentralen Säulen basieren: Wachstumsauffälligkeiten, faziale Auffälligkeiten, ZNS-Auffälligkeiten und die Bestätigung einer pränatalen Alkoholexposition. Die Leitlinie wird regelmäßig aktualisiert und soll nicht nur Fachkräfte sensibilisieren, sondern auch zeigen, dass wir alle Verantwortung tragen. Denn am Ende sind es die Kinder, die unter den Entscheidungen der Erwachsenen leiden.