Ein ganz besonderer Abend in Kiel: Die HSG Wetzlar hat am Donnerstagabend ein echtes Zwangswunder vollbracht und den THW Kiel mit 33:25 vom Platz gefegt. Die Freude war riesig, denn mit diesem Sieg hat Wetzlar nicht nur den ersten Punktgewinn in der Rückrunde gefeiert, sondern auch den aufkeimenden Abstiegsängsten ein Stück weit die Luft genommen. Vor dem Spiel stand das Team von Michael Allendorf auf einem Abstiegsplatz – und das nach den Siegen von Leipzig und Minden. Die Nerven lagen blank, der Druck war spürbar.
Vor über 4.000 Fans in einer ausverkauften Halle ging es dann richtig zur Sache. Wetzlar startete fulminant mit einem 8:0-Lauf und führte nach nur elf Minuten mit 10:3. Was für ein Auftakt! Die Stimmung war elektrisierend, jeder Treffer wurde gefeiert, als wäre es das Tor des Jahres. Doch auch Kiel hatte seine Momente. Zwischenzeitlich kämpften sie sich auf vier Tore heran, aber die Wetzlarer Abwehr ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Torhüter Andreas Palicka, der eine starke Leistung ablieferte, musste jedoch in der zweiten Halbzeit eine kleine Zerrung in der Wade hinnehmen – aber hey, das zählt nicht, wenn man so einen Sieg einfährt!
Ein Spiel voller Emotionen
Die Wetzlarer Fans konnten es kaum fassen, als ihr Team in der 43. Minute bereits mit sieben Toren führte – 23:16! Auch wenn der THW Kiel zu Beginn mit 3:2 in Führung ging, verloren sie schnell den Anschluss. Trainer Rúnar Sigtryggsson war sichtlich stolz und hob hervor, dass das Team die Schwäche der Kieler im ersten Durchgang eiskalt ausgenutzt hat. „Wir haben gut gespielt und unsere Chancen konsequent genutzt“, sagte er nach dem Spiel. Der beste Werfer für Wetzlar war Tristan Kirschner, der acht Tore aus acht Versuchen erzielte. Chapeau!
Kiel hingegen bleibt in der Krise. Nach einem Heimremis gegen den Tabellenletzten SC DHfK Leipzig war die Stimmung im Team alles andere als gut. Der THW-Coach Filip Jicha musste verletzungsbedingt auf vier Rückraumspieler verzichten, darunter bekannte Namen wie Emil Madsen und Nikola Bilyk. In der Situation setzte er sogar zwei Jugendspieler ein – 18-jährige Rasmus Ankermann und 19-jährige Johan Rohwer. Das zeigt, wie sehr die Kieler in der Klemme stecken.
Weg aus der Abstiegszone
Mit diesem Sieg hat Wetzlar nicht nur die Punkte geholt, die sie dringend benötigten, sondern auch ihr Torverhältnis verbessert. Nun steht das Team wieder über dem Abstiegsstrich, aber die Gefahr ist noch lange nicht gebannt. Die nächsten vier Spiele werden entscheidend sein, und das nächste Duell gegen Göppingen am kommenden Donnerstag wird ein echter Prüfstein. Es bleibt abzuwarten, ob Wetzlar diesen Schwung mitnehmen kann, denn die Liga ist eng. Nur zwei Punkte trennen den elften Platz von den Abstiegsrängen.
Der Abstiegskampf in der Handball-Bundesliga ist so spannend wie lange nicht. Teams wie der SC DHfK Leipzig und der TBV Lemgo Lippe stehen nur zwei Punkte über den Abstiegsplätzen, während der HBW Balingen-Weilstetten mit nur sieben Punkten das Schlusslicht bildet. Mit richtungsweisenden Duellen, die im Februar anstehen, wird es für alle Beteiligten heiß hergehen. Die Zuschauer dürfen sich auf packende Spiele freuen – und vielleicht sogar auf weitere „Zwangswunder“.