In Schleswig-Holstein tut sich was in der digitalen Landschaft! Der Weg zu mehr digitaler Souveränität wird gerade geebnet, und das Bundesland hat sich auf einen ganz besonderen Kurs begeben. Die Landesverwaltung plant, sage und schreibe 60.000 Rechner von proprietären Microsoft-Lösungen auf Open-Source-Systeme umzustellen. Wenn man bedenkt, dass bis jetzt alles auf Windows und Office basierte, ist das schon ein echter Schritt in die richtige Richtung. Staatskanzleichef Dirk Schrödter bringt es auf den Punkt: Es geht um die Notwendigkeit, die Kontrolle über die eigenen Daten zu behalten. Schließlich gibt es da diesen US Cloud Act, der der US-Regierung Zugriff auf Daten von US-Techfirmen ermöglicht – ein echtes Problem für die Datensicherheit!
Die Umstellung wird nicht über Nacht geschehen, sondern erfolgt in einem schrittweisen Prozess. Beispielsweise wird Microsoft Office durch Libre Office ersetzt, während das Betriebssystem Windows durch Linux abgelöst wird. Auch die Migration von Microsoft Exchange und Outlook zu Open-Xchange und Thunderbird ist bereits abgeschlossen. 44.000 Postfächer mit rund 110 Millionen Kalendereinträgen und E-Mails sind nun Teil dieser digitalen Transformation. Das erforderte nicht nur viel Vorbereitung, sondern auch Schulungen für die Mitarbeitenden. Die IT-Dienstleister haben ganze Arbeit geleistet, um diesen Wechsel zu ermöglichen und Updates sowie Weiterentwicklungen zentralisiert und automatisch einzuspielen. Ein echtes Meisterwerk der Organisation!
Einzigartiger Weg zur digitalen Unabhängigkeit
Schleswig-Holstein ist das erste Bundesland, das diesen Schritt wagt und auf Open-Source-Systeme setzt. Die frisch veröffentlichte „Open Innovation und Open Source Strategie“ soll nicht nur die Verwaltung, sondern auch die Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft einbeziehen. Es wird höchste Zeit, die Abhängigkeit von wenigen großen Software-Anbietern zu beenden. Digitale Unabhängigkeit, so die Vision, soll durch eine vielfältige Anbieterlandschaft und offene Standards gewährleistet werden. Und ganz ehrlich, die hohen Lizenzkosten für Hersteller-Cloudsysteme sind ein weiterer Grund, auf alternative IT-Systeme umzusteigen.
In einem Kabinettsbeschluss wurde bereits im Frühjahr die Einführung von Open Source Software für 25.000 IT-Arbeitsplätze beschlossen. Geplant sind Umstiege auf Betriebssysteme wie Linux, Open Document Dateiformat (ODF) sowie Nextcloud und Open Xchange. Um den Mitarbeitenden den Umstieg zu erleichtern, sind zahlreiche Schulungen angekündigt. Ein weiteres spannendes Projekt ist der Aufbau eines Open Source Programm Offices (OSPO) in der Landesverwaltung, das als Schnittstelle zwischen dem zentralen IT-Management und den Open-Source-Stakeholdern fungieren soll.
Digitale Souveränität als Leitmotiv
Die digitale Souveränität wird in Deutschland zunehmend als zentrales Prinzip der Digitalpolitik erkannt. Die Abhängigkeit von einzelnen Softwareanbietern soll vermieden werden, um die digitale Unabhängigkeit zu sichern. Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD wird klar betont, dass die Digitalpolitik auf Souveränität und Innovation ausgerichtet sein muss. Doch der Weg ist steinig: Deutschland belegt beim eGovernment Benchmark 2024 nur den 23. Platz unter 27 EU-Mitgliedsstaaten. Das zeigt, wie viel Luft nach oben wir noch haben!
Ein weiteres Thema sind die Herausforderungen der Digitalisierung – der Föderalismus, die zersplitterte IT-Landschaft und rechtliche Hemmnisse machen es nicht gerade leichter. Um dem entgegenzuwirken, hat der Bundestag ein 500 Milliarden Euro schweres Infrastruktur-Sondervermögen beschlossen, das auch für digitale Projekte genutzt werden kann. Die Investitionen sollten jedoch in nachhaltige Digitalprojekte fließen, die die digitale Souveränität stärken. Es ist wichtig, dass wir die richtige Balance finden zwischen konsumtiven und investiven Ausgaben. Und hier kommt Open-Source-Software ins Spiel: Sie bietet mehr Freiheit und Unabhängigkeit.
Die Stärkung der digitalen Souveränität durch Open-Source-Software könnte nicht nur der Verwaltung, sondern auch der IT-Wirtschaft in Deutschland neuen Auftrieb geben. Vorschläge zur Förderung von Open Source in der öffentlichen Verwaltung sind klar: Vorrang für Open Source in Vergabeverfahren, ein Open-Source-Pflichtanteil für öffentliche Beschaffungen und sogar ein Mehrwertsteuerrabatt auf Dienstleistungen rund um Open-Source-Lösungen – das wäre doch ein Traum!
Alles in allem zeigt sich, dass Schleswig-Holstein mit seiner Open-Source-Strategie ein echtes Vorbild für andere Bundesländer sein könnte. Der Mut zur Veränderung und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen, sind erfrischend und notwendig, um die digitale Zukunft zu gestalten. Vielleicht wird ja bald jedes Bundesland nachziehen und der digitale Wandel wird nicht nur ein Schlagwort, sondern eine gelebte Realität.