Heute ist der 9.06.2026 und die erste Sommerhitze hat sich über Kiel gelegt. Ein Blick in die Stadt zeigt, dass wir hier besonders gut auf die hohen Temperaturen vorbereitet sind. Ja, Kiel hat es geschafft, sich im Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH) den Titel der am besten gewappneten Stadt in Deutschland zu sichern. Das ist doch ein Grund zum Feiern, oder?
Man fragt sich natürlich, wie das kommt. Nun, die Antwort liegt in unseren zahlreichen Bäumen und den grünen Oasen, die wir hier in der Stadt haben. Rund 32 Prozent unserer Fläche wird von Baumüberschirmung bedeckt – das ist nicht schlecht! Nur Potsdam, Oldenburg und Berlin können hier noch einen draufsetzen. Diese schattenspendenden Plätze sind nicht nur schön anzusehen, sie bringen auch eine willkommene Abkühlung, während die Sonne gnadenlos vom Himmel brennt. Es ist ein echtes Plus, dass die Anzahl an Hitzespeichern wie Beton und Asphalt in Kiel geringer ist als in vielen anderen Städten. Das ist Gold wert, wenn die Temperaturen steigen.
Kieler Grünflächen und ihre Bedeutung
Aber es gibt auch eine Kehrseite der Medaille. Im Vergleich zu 2018 sind in Kiel etwa 7.500 Bäume weniger zu verzeichnen. Das ist schon ein bisschen traurig, wenn man bedenkt, dass bundesweit fast eine Million Bäume in nur sieben Jahren verschwunden sind. Und auch die versiegelten Flächen in unserer Stadt sind in diesem Zeitraum gestiegen. Ein bisschen nachdenklich macht das, denn das ist nicht nur ein Verlust für die Natur, sondern auch für das Stadtklima. Die DUH fordert daher dringend verbindliche Vorgaben zur Entsiegelung bei Bauprojekten und mehr Stadtgrün. Ein kluger Schritt, um unsere Stadt auch in Zukunft lebenswert zu halten.
Kiel hat im Ampelsystem der DUH eine grüne Bewertung erhalten. Das ist eine Auszeichnung, die nicht viele Städte vorweisen können. Nur Wuppertal hat ebenfalls so gut abgeschnitten. Im Gegensatz dazu haben Städte wie Lübeck, Neumünster, Norderstedt, Flensburg und Elmshorn nur eine gelbe Ampel bekommen – ein Zeichen, dass hier noch Handlungsbedarf besteht. Und die Schlusslichter im Hitze-Check sind Offenburg, Lahr und Mannheim aus Baden-Württemberg. Hier gibt es also noch viel Raum für Verbesserungen.
Die Herausforderungen des Klimawandels
Doch wir dürfen auch die Herausforderungen nicht vergessen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) berichtet, dass sich Deutschland seit der vorindustriellen Zeit um 2,5 Grad erwärmt hat. Hitzewellen werden durch den Klimawandel intensiver und wahrscheinlicher. Besonders betroffen sind ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen. Aktuell leidet in Schleswig-Holstein eine große Anzahl an pflegebedürftigen Menschen unter der Sommerhitze. Das ist eine Realität, die uns alle betrifft und die wir nicht aus den Augen verlieren sollten.
Wenn wir an die Zukunft denken, muss uns klar sein: Die Stadt braucht nicht nur mehr Bäume, sondern auch ein nachhaltiges Konzept, um mit den Folgen des Klimawandels umzugehen. Es liegt in unserer Verantwortung, die grünen Flächen zu schützen und auszubauen. Denn nur so können wir auch in Zukunft die Vorzüge einer lebenswerten Stadt genießen.