Am Freitagnachmittag vor Pfingsten, die Sonne schien, und der Wind wehte sanft über die Kieler Förde. Im Olympiazentrum Schilksee herrschte reges Treiben. Bootstransporte aus Nordeuropa, das Geschirr von Jollen, die für die YES-Regatta, einer Leistungsschau der europäischen Segeljugend, vorbereitet wurden. Es war ein aufregender Tag für alle Beteiligten, der mit der feierlichen Taufe eines neuen Coachbootes durch Barbara Ostmeier, Präsidentin des Landessportverbandes Schleswig-Holstein, einen Höhepunkt fand. Anwesend waren Vertreter der Landesregierung, der Stadt Kiel, der IHK Kiel und viele Trainer sowie Kader- und Spitzensportler. Die Luft war erfüllt von Aufregung und Vorfreude.
Kiel hat sich längst als Zentrum des deutschen Segelsports etabliert — mit klaren Ambitionen, auch für die Olympiabewerbung. Zwei Stunden zuvor führte Baptiste Bockelmann eine Delegation durch die Renovierungsarbeiten im ehemaligen olympischen Jugenddorf von 1972 in Falckenstein. Ein ehrgeiziges Projekt: Die 37 Zeltdachhäuser werden in zwei Bauabschnitten modernisiert. Das erste Haus soll bereits im August bezugsfertig sein, und ab 2027 wieder als Unterkunft für fast 400 Kinder und Jugendliche dienen. Die Begeisterung ist spürbar, denn die Landessegelverbände aus mehreren Bundesländern haben sich bereits Unterbringungsmöglichkeiten für Trainingslager und Regatten gesichert.
Ein starkes Netzwerk für den Segelsport
Ein Grundlagenvertrag wurde unterzeichnet, um eine gemeinsame Trainingsbasis in Kiel zu schaffen. Ziel ist es, eine Infrastruktur für die gezielte Nachwuchsförderung mit Blick auf die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 zu entwickeln. Hierbei geht es nicht nur um die Ausbildung und Förderung von Nachwuchskadern, sondern auch um den Übergang in den Bundeskader zu optimieren. Unterstützt werden sie dabei von leistungsorientierten Vereinen wie dem Bayerischen YC, Blankeneser SC, Kieler YC, Mühlenberger SC und dem Norddeutschen Regatta Verein. Damit wird die Basis für den „Nachwuchsleistungssportstützpunkt Segeln“ in Kiel gelegt.
Ein Zusammenschluss der Landesverbände repräsentiert rund 125.000 Segler, was etwa 70% der organisierten Segler in Deutschland entspricht. Und das ist noch nicht alles: Man hat auch den Plan, weitere Landessegelverbände in die Kooperation aufzunehmen. Kiel bietet nicht nur ideale Revierverhältnisse, sondern auch zahlreiche Kooperationsmöglichkeiten für Regatten und Meisterschaften. Hier entsteht ein wahres Zentrum für Segelsportler!
Olympiastützpunkte als Rückgrat des Leistungssports
Die Olympiastützpunkte (OSP) in Deutschland sind zentrale Einrichtungen der Leistungssportförderung. Sie unterstützen Athletinnen aus olympischen, paralympischen und deaflympischen Sportarten und bieten ein umfassendes Betreuungsangebot zur ganzheitlichen Förderung von Bundeskaderathletinnen. Die enge Zusammenarbeit mit den Spitzenverbänden wird bei nationalen und internationalen Wettkämpfen sichtbar. In Deutschland gibt es insgesamt 13 Olympiastützpunkte, die eine wichtige Rolle in der Sicherung der Qualität und Nachhaltigkeit des Leistungssports spielen.
Die OSP sichern, dass Kaderathletinnen unter optimalen Bedingungen trainieren können, unterstützt von Expertinnen in verschiedenen Bereichen wie Sportmedizin, Physiotherapie und psychologischer Unterstützung. Diese umfassende Betreuung ist entscheidend für die Vereinbarkeit von Sport, Ausbildung, Studium oder Beruf. Die Finanzierung der OSP erfolgt über ein vom DOSB beschlossenes Modell, das Bundes- und Landesmittel sowie Kommunalgelder umfasst.
Das alles zeigt: Kiel ist nicht nur ein Ort für Wettkämpfe und Regatten, sondern auch ein wichtiger Knotenpunkt für die Entwicklung und Förderung des Segelsports in Deutschland. Hier wird eine Zukunft gestaltet, die sowohl den sportlichen Erfolg als auch die persönliche Entwicklung der Athlet*innen in den Fokus rückt.