Die Vorfreude auf die elektrische Seilfähre „Missunde III“ zwischen Brodersby und Kosel war groß, doch nun hat sich der Zeitplan für die Inbetriebnahme drastisch geändert. Ursprünglich sollte die Fähre am 1. April 2026 ihren Regelbetrieb aufnehmen, doch im Wirtschaftsausschuss des Kieler Landtages wurde festgestellt, dass wichtige Nachweise für die Fährerlaubnis fehlen. Dies sorgt nicht nur für Verwirrung, sondern auch für Unmut unter den Pendlern, die auf die neue Verbindung angewiesen sind.

Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) hat klargestellt, dass der Weg zum Fährzeugnis aufwendiger ist als zunächst angenommen. Dies zeigt sich auch in der Tatsache, dass zwei Prüfer der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) erst am 14. April 2026 an der Schlei waren, um die nötigen Überprüfungen vorzunehmen. Technische Punkte, die für die Erteilung des Fährzeugnisses geklärt werden müssen, umfassen unter anderem die Neuvereichung für die Stabilitätsberechnung und die erforderlichen Seilzertifikate.

Herausforderungen für den Betrieb

Ein weiteres Hindernis stellt die Notwendigkeit dar, die „Missunde III“ zunächst im Zwei-Mann-Betrieb zu steuern. Eine für den Ein-Mann-Betrieb erforderliche Nachrüstung muss noch durchgeführt werden, wobei die Kosten dafür derzeit noch unklar sind. Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) hat sich bereits für die Verzögerungen entschuldigt, während die Opposition die Landesregierung für fehlende Pläne und unzureichende Zeitpläne kritisiert.

Das Fährprojekt hat bislang mehr als 6,5 Millionen Euro gekostet. Bei den Testfahrten wurde zudem festgestellt, dass die Anleger erneut angepasst werden müssen. Diese ständigen Änderungen werfen Fragen auf, ob die geplanten Meilensteine und die damit verbundenen Kosten weiterhin realistisch sind.

Ein Blick auf andere Fähren in Deutschland

Die „Missunde III“ ist nicht die einzige Seilfähre in Deutschland. Ein Blick auf die Liste der Seilfähren zeigt eine Vielzahl von Verbindungen, die über verschiedene Gewässer führen. Beispielsweise gibt es die Donaufähre Mariaposching–Stephansposching mit einer Länge von 156 Metern oder die Fähre Mühlberg über die Elbe, die 101 Meter misst. Seilfähren sind in Deutschland weit verbreitet und spielen eine wichtige Rolle im Verkehrsnetz.

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Insgesamt bleibt abzuwarten, wann die „Missunde III“ endlich ihren Betrieb aufnehmen kann und ob die Herausforderungen, die derzeit bestehen, rechtzeitig gelöst werden können. Die Geduld der Pendler wird auf eine harte Probe gestellt, während die Verantwortlichen an einer zügigen Lösung arbeiten.