Heute ist der 24.05.2026, und während die Sonne über Flensburg aufgeht, sieht es für die Fähre „Missunde III“ alles andere als rosig aus. Die Verbindung zwischen Brodersby und Kosel ist bis Mitte Juni 2026 außer Betrieb, und das aus einem ganz handfesten Grund: Antriebsprobleme. Ein beschädigter Antriebsriemen hat die Fähre in die Knie gezwungen, und das gleich zweimal! Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) hat die „Missunde III“ aus Sicherheitsgründen stillgelegt. Ein Riemen riss vor einer Woche, und der Ersatzriemen hat sich als ebenso anfällig erwiesen.

Die Situation ist nicht nur für Pendler ärgerlich, sondern auch für Autofahrer, die die Schlei weiträumig umfahren müssen. Denn die nahegelegene Lindaunisbrücke bleibt ebenfalls für Autos und Züge gesperrt. Das ist besonders problematisch in Zeiten, in denen die Kraftstoffpreise durch die Decke gehen. Fußgänger und Radfahrer hingegen können die Brücke weiterhin nutzen – ein kleiner Lichtblick in dieser Misere.

Die Ursachen und Folgen

Der Sprecher des LKN.SH, Wolf Paarmann, hat das gleichzeitige Versagen der Riemen als „ungewöhnlich“ bezeichnet. Um sicherzustellen, dass die Fähre nicht nur vorübergehend, sondern nachhaltig wieder einsatzbereit ist, plant das LKN.SH, eine Fachfirma mit der Untersuchung möglicher struktureller Probleme beim Antrieb zu beauftragen. Schließlich ist die Fähre nicht nur ein Transportmittel, sondern auch eine Lebensader für die Gemeinden nördlich des Schlei-Meeresarms, die sie mit Städten wie Eckernförde und Kiel verbindet.

Die „Missunde III“ hatte erst Ende April 2026 — nach mehreren Verzögerungen, die auf Umbauten und Anpassungen zurückzuführen waren — ihren Betrieb aufgenommen. Zunächst durfte sie nur Fahrzeuge mit einem Maximalgewicht von 7,5 Tonnen transportieren. Die gute Nachricht ist, dass sie in Zukunft auch schwerere Fahrzeuge bis zu 25 Tonnen befördern kann. Und dennoch: Ohne ein endgültiges Fährzeugnis, das bis Ende August 2026 aussteht, bleibt die Unsicherheit bestehen.

Ein Blick in die Zukunft

Die Lieferzeit für die neuen Antriebsriemen beträgt 15 Werktage, was bedeutet, dass man voraussichtlich in der zweiten Juni-Woche mit ihrer Ankunft rechnen kann. Das LKN.SH schätzt optimistisch, dass die Fähre Mitte Juni wieder in Betrieb genommen werden kann. Aber wird das wirklich so einfach sein? Wer weiß, welche weiteren Herausforderungen auf uns warten. Der Austausch der Riemen ist nur ein Teil der Gleichung. Es bleibt abzuwarten, ob die Fachfirma bei der Untersuchung auf versteckte Probleme stößt.

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In der Zwischenzeit müssen die Pendler und Autofahrer Geduld beweisen. Die Schlei ist zwar schön, aber die Umwege werden für viele zur Geduldsprobe. Während die Sonne über dem Wasser funkelt, bleibt die Hoffnung, dass die „Missunde III“ bald wieder in Fahrt kommt und den Menschen die gewohnte Mobilität zurückbringt.