In einem kleinen, malerischen Teil Norddeutschlands, wo die Schlei sanft glitzert und die Natur zum Verweilen einlädt, gibt es derzeit einen Grund zur Besorgnis. Die Schleifähre „Missunde III“ zwischen Brodersby und Kosel hat nach nur wenigen Wochen im Betrieb erneut den Geist aufgegeben. Ein defekter Antriebsriemen sorgt für Stillstand und die Hoffnung auf eine schnelle Lösung schwindet. Was vor nicht allzu langer Zeit noch wie ein Lichtblick für den Verkehr in der Region schien, hat sich mittlerweile in ein echtes Fiasko verwandelt. Der Betreiber der Marina Brodersby beschreibt die Situation als „Worst-Case-Szenario“, und das kann man gut nachvollziehen.
Es ist nicht nur der Fährausfall, der die Menschen hier beschäftigt. 13 engagierte Bürger, darunter Bürgermeister und Amtsvorsteher aus dem Amtsbereich Süderbrarup, haben sich zusammengetan und fordern in einem offenen Brief die Rückkehr der alten Fähre „Missunde II“. Der Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen sowie Umweltminister Tobias Goldschmidt und Ministerpräsident Daniel Günther haben das Schreiben erhalten. Diese Bürger sind nicht in ihrer offiziellen Funktion an die Landesregierung herangetreten, sondern sprechen aus einer tiefen Besorgnis um die Region, die mit dem Fährausfall am Pfingstsonntag – einem wichtigen Tag für den Tourismus – drastisch zu kämpfen hat.
Die Herausforderung für Pendler und Anwohner
Der Ausfall der „Missunde III“ hat nicht nur Auswirkungen auf den Tourismus, sondern betrifft auch die täglichen Pendler. Autofahrer müssen aktuell lange Umwege in Kauf nehmen, da auch die Lindaunisbrücke für Autos und Züge gesperrt ist. Die hohen Kraftstoffpreise machen die Situation nicht einfacher – das Gefühl, der Spritpreis sei wie der Wetterbericht: immer zu hoch und nie verlässlich. Die Sorgen um die Mobilität und die Erreichbarkeit werden immer lauter. Die Unterzeichner des offenen Briefes fordern nicht nur die Rückkehr der „Missunde II“, sondern auch ein Konzept zur Modernisierung der alten Fähre, um sie für die nächsten 15 bis 20 Jahre fit zu machen.
Auf die Frage, wann die „Missunde III“ wieder in Betrieb genommen wird, gibt es vonseiten des Verkehrsministeriums eine vorsichtige Prognose: voraussichtlich Mitte Juni. Bis dahin müssen die Bürger jedoch warten, während der Landesbetrieb für Küstenschutz auf neue Antriebsriemen wartet, die eine Lieferzeit von 15 Werktagen haben. Man könnte meinen, das ist eine Ewigkeit – besonders für alle, die auf die Fähre angewiesen sind.
Ein Blick auf die Infrastruktur
Doch während die Fähre in der Warteschleife feststeckt, gibt es auch positive Nachrichten aus der Region. Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen hat angekündigt, dass 2026 ein umfangreiches Sanierungsprogramm für die Infrastruktur in Schleswig-Holstein starten wird. 84 Kilometer Straßen, fast 20 Kilometer Radwege und mehrere Bauwerke sollen instandgesetzt und modernisiert werden. Das klingt nach einem Schritt in die richtige Richtung, um die Mobilität in der Region langfristig zu sichern.
Die Herausforderung bleibt, denn der Ausfall der Fähre ist nicht nur ein technisches Problem, es geht um das Herzstück einer Gemeinschaft, die auf die Anbindung und Erreichbarkeit ihrer Region angewiesen ist. Die Menschen hier sind stark, engagiert und sie lassen sich nicht unterkriegen. Ob die „Missunde II“ tatsächlich bis zu den Sommerferien wieder auf dem Wasser ist, bleibt abzuwarten. Die Hoffnung stirbt zuletzt, heißt es ja so schön. Und vielleicht wird das Warten am Ende doch belohnt.