Es gibt Themen, die uns alle berühren, ja, die uns miteinander verbinden. So auch die Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und St. Petersburg. Klaus von Dohnanyi, der ehemalige Bürgermeister von Hamburg und ein Mann, der auch heute noch für die SPD aktiv ist, hat sich kürzlich stark für den Erhalt dieser Verbindung ausgesprochen. In Zeiten wie diesen, wo alles so ungewiss scheint, ist es jedoch besonders wichtig, den Austausch zwischen Völkern aufrechtzuerhalten. Von Dohnanyi ist sich sicher: Städtepartnerschaften sind das Herzstück dieser Beziehungen, und das gilt vor allem in schwierigen Zeiten.

Die Geschichte dieser Partnerschaft reicht über 60 Jahre zurück, in eine Zeit, als die Welt nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte, sich zu erholen. Die erste Verbindung kam 1957 zustande, als Bürgermeister Dr. Kurt Sieveking eine Einladung nach Leningrad (so hieß St. Petersburg damals) annahm, obwohl das Auswärtige Amt in Bonn skeptisch war. Das war mutig, und es führte zu einem mündlichen Freundschaftsvertrag – die Basis für eine lange und fruchtbare Beziehung. Doch nicht alles war immer einfach. Politische Spannungen während des Kalten Krieges und die Teilung Deutschlands stellten die Verbindung auf die Probe.

Die Herausforderungen der Gegenwart

Heutzutage sieht die Lage jedoch ganz anders aus. Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im Jahr 2022 liegt die Partnerschaft auf Eis. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher hat die Vorbereitungen für die Deutsche Woche in St. Petersburg eingestellt und eine geplante Reise abgesagt. Das ist natürlich verständlich, aber es wirft auch Fragen auf: Wie geht es weiter mit den kulturellen und sportlichen Austauschprojekten, die über die Jahre gewachsen sind? Von Dohnanyi kritisiert die CDU dafür, dass sie einen Antrag gestellt hat, die Städtepartnerschaft zu beenden, es sei denn, Russland kehrt zu den Regeln des Völkerrechts zurück und anerkennt die territoriale Integrität der Ukraine. Das klingt nach Bedingungen, die eine Rückkehr in die Normalität in weite Ferne rücken lassen.

Die Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und St. Petersburg ist nicht nur eine formale Vereinbarung; sie hat auch materielle und kulturelle Bedeutung. Auf dem wirtschaftlichen Sektor wurden zahlreiche Kontakte geknüpft, und es gab sogar Schüleraustauschprogramme, die vielen Hamburger Jugendlichen die Möglichkeit boten, die russische Kultur näher kennenzulernen. Über die Jahre fanden zahlreiche Veranstaltungen statt, die diese Verbindung lebendig hielten, darunter die „Leningrad-Tage“ in Hamburg und die „Hamburg-Tage“ in Leningrad. Man könnte sagen, die Freundschaft hat sich über die Jahrzehnte bewährt, auch wenn sie in stürmischen Zeiten oft auf die Probe gestellt wurde.

Städtepartnerschaften als Friedensprojekt

Städtepartnerschaften sind mehr als nur eine Formalität; sie sind ein Teil der kommunalen Außenpolitik und entstanden ursprünglich, um die Wunden der Weltkriege zu heilen. In Deutschland gibt es laut dem RGRE (Rat der Gemeinden und Regionen Europas) über 5.497 Städtepartnerschaften. Diese Partnerschaften tragen zur europäischen Integration bei und fördern den Austausch zwischen Bürgern aus verschiedenen Ländern. Sie sind eine Art friedlicher Brücke, die Menschen zusammenbringt, trotz aller Differenzen, die zwischen Staaten bestehen können.

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Ein bisschen nostalgisch wird man da schon, wenn man an die Anfänge dieser Partnerschaften denkt. Es war eine Zeit, in der die Menschen nach Wegen suchten, um einander näher zu kommen. Und das bleibt auch heute noch eine wichtige Aufgabe – nicht nur für die Städte, sondern für uns alle. Wie werden wir in Zukunft diese Verbindungen aufrechterhalten? Es braucht neue Formen der Zusammenarbeit, um den Beitrag der Städtepartnerschaften zum friedlichen Zusammenleben der Völker zu sichern. Und trotz aller Herausforderungen bleibt die Hoffnung, dass der Austausch eines Tages wieder aufblühen kann.