In Wolfsburg, wo die Motoren seit Jahrzehnten surren, ist es nun soweit: Der VW Touran, dieser treue Begleiter für Familien und all jene, die viel Platz benötigen, wird nach 23 Jahren aus dem Produktionszyklus verabschiedet. Ja, ihr habt richtig gehört! Seit März 2026 kann man ihn nicht mehr neu bestellen. Nur noch die letzten Lagerfahrzeuge stehen bereit, und das letzte Exemplar wird Ende April 2026 vom Band rollen. Es ist ein bittersüßer Abschied, denn der Kompaktvan war lange Zeit der Bestseller in seinem Segment und hat mit rund 2,3 Millionen verkauften Einheiten eine beachtliche Bilanz vorzuweisen.
Der Touran, der 2003 auf den Markt kam und auf der Technik des Golf V basierte, bot immer viel Platz auf kleiner Fläche. Variable Sitze, übersichtliche Abmessungen und ein komfortables Fahrverhalten machten ihn zum Lieblingsfahrzeug vieler Familien. Aber der Zahn der Zeit nagt: Mit dem Aufstieg der SUVs und den großen Investitionen in die E-Mobilität nahm die Nachfrage nach dem Touran ab. Ein EU-Sicherheitsgesetz, die „General Safety Regulation II Stufe C“, besiegelt nun das Ende des Modells, da es den Anforderungen nicht mehr gerecht wird. Volkswagen sieht keinen Sinn in einer weiteren Überarbeitung. Das war’s dann wohl.
Ein Platzhirsch verabschiedet sich
Das Exterieur-Design des Touran war stets nüchtern und funktional, mit großen Fenstern und solider Bauweise. Der Kofferraum, ein wahres Raumwunder mit 834 Litern bei fünfsitziger Bestuhlung, war ein echtes Highlight. Auch die Option einer dritten Sitzreihe für die kleineren Passagiere machte ihn besonders familienfreundlich. Aber in den letzten Monaten ist die Anzahl der Neuzulassungen dramatisch gesunken – unter 1500 pro Monat, ein Rückgang verglichen mit über 3000 in den besten Zeiten.
Die Preise variieren, beginnen bei etwa 46.000 Euro, während die Comfortline-Version mit 1,5-Liter-Benziner ab 39.340 Euro zu haben ist. Und obwohl der Touran in der Konkurrenz nahezu allein dasteht, hat er sich immer behauptet. Die Konkurrenz besteht nur noch aus dem Dacia Jogger, was die Lage umso trauriger macht. Wer also noch einen Touran will, sollte sich beeilen!
Ein Blick in die Zukunft
Was kommt nun? Die Automobilindustrie steuert unaufhörlich auf die E-Mobilität zu. Die Politik hat klare Vorgaben gemacht: Ab 2035 dürfen in der EU keine neuen Benzin- und Dieselautos mehr zugelassen werden, abgesehen von E-Fuels. Der Wandel ist spürbar und auch bei VW wird kräftig umgesattelt. Im Jahr 2024 war VW die meistverkaufte Automarke bei Elektroautos, obwohl der Absatz von Tesla um 41 Prozent einbrach. Es tut sich also was auf den Straßen, und die Zukunft scheint elektrisch zu sein.
In Deutschland sind mittlerweile über 1,7 Millionen vollelektrische Fahrzeuge unterwegs, und der Anteil der E-Autos an den Neuzulassungen ist gestiegen, auch wenn er 2024 einen Rückgang erlebte. Die Zahl der Ladepunkte wächst kontinuierlich und hat die Marke von 160.800 überschritten. Langfristig, so heißt es, sollen E-Autos mit klimaneutral produziertem Strom emissionsfrei fahren. Die Zeit für den Touran ist vorbei, aber die Automobilwelt dreht sich weiter – und das nicht gerade langsam.