Heute ist der 6. Mai 2026 und in Wilhelmshaven gibt es großen Aufbruch – zumindest was die Straßen angeht! Die Technischen Betriebe Wilhelmshaven (TBW) haben sich aufgemacht, stark beschädigte Straßen ordentlich zu sanieren. Da wird so mancher Autofahrer aufatmen! Rund 15.500 Quadratmeter Asphalt sollen in diesem Jahr erneuert werden, und dafür steht ein Budget von einer Million Euro bereit. Das klingt erst mal nach einer soliden Summe, aber es ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man bedenkt, dass der Sanierungsbedarf in der Stadt weit darüber hinausgeht.
Bernd Eickhoff, der Abteilungsleiter für Straßen-, Brückenunterhaltung und Verkehrseinrichtungen, hat die Prioritätenliste im TBW-Betriebsausschuss vorgestellt. An erster Stelle steht ein Teilstück der Berliner Straße zwischen Frieden- und Papingastraße, das durch die letzten Wintermonate ganz schön gelitten hat. Auch der Mühlenweg zwischen Schul- und Bülowstraße ist betroffen. Da wurden provisorische Reparaturen vorgenommen, die auf Dauer nicht tragfähig sind. Die Weserstraße, ein kurzer Abschnitt zwischen Deichstraße und Jadeallee, hat ebenfalls größere Aufbrüche im Asphalt zu bieten, die dringend behoben werden müssen. Und nicht zu vergessen: Im Kurvenbereich Freiligrathstraße/Preußenstraße gibt es bei Nässe ein echtes Grip-Problem, das die Sicherheit gefährdet.
Sanierungsmaßnahmen im Detail
Aber die Liste der Straßen, die dringend einer Erneuerung bedürfen, ist lang. Neben den Hauptverkehrsstraßen werden auch einige Nebenstraßen, wie ein Abschnitt der Memeler Straße und ein Teil der Kettenstraße, aufpoliert. Letztere wird sogar eine teilweise Erneuerung der Bordsteine erleben – also ein Rundum-Service, sozusagen. Die Emil-Buscher-Straße wurde als stark sanierungsbedürftig erwähnt, allerdings ist noch nicht endgültig entschieden, ob sie in diesem Jahr auch dran kommt. Spannend bleibt, dass die steigenden Entsorgungskosten für alten Asphalt das Budget weiter belasten. Wo soll das alles hinführen?
Die Vorbereitungen für solche Neubau- oder Sanierungsmaßnahmen sind übrigens alles andere als trivial. Zuerst muss die Kampfmittelfreiheit im Planbereich sichergestellt werden. Dann wird die Bodenbeschaffenheit geprüft und man erkundigt sich nach Ver- und Entsorgungsleitungen im Boden. Eine enge Abstimmung mit Fachplanern und Trägern öffentlicher Belange ist dabei unerlässlich. Wenn neue Verkehrsflächen entstehen, muss auch die Ableitung des Oberflächenwassers über Entwässerungseinrichtungen gesichert sein – dafür sorgt ein ausgeklügeltes System aus Rinnen und Gullys. Man könnte sagen, es ist ein kleines Meisterwerk der Ingenieurskunst.
Investitionen und Herausforderungen
Doch wenn wir einen Blick über den Tellerrand werfen, stellt sich heraus, dass die Herausforderungen nicht nur lokal sind. Eine Studie, beauftragt vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und dem ADAC, hat den Investitionsbedarf im deutschen Verkehrssystem bis 2030 ermittelt – und das ist ein gewaltiger Batzen! Rund 372 Milliarden Euro werden für den Erhalt und die Erweiterung von Schienennetzen und Straßen gebraucht. Das ist nicht gerade wenig, wenn man bedenkt, dass die Gesamtlänge der Straßen in Deutschland knapp 714.000 Kilometer umfasst. Und wie sieht es mit den Straßenbrücken aus? Fast jede zweite ist in keinem guten Zustand!
Die Infrastruktur in Deutschland wurde über Jahre hinweg auf Verschleiß gefahren, was sich jetzt bitter rächt. Der DStGB fordert eine dauerhafte Finanzierung für den Erhalt und Umbau – und das ist mehr als nur ein Schlagwort. Der kommunale Defizit im ersten Halbjahr 2023 belief sich auf über 6 Milliarden Euro. Ein langfristiger Investitionsfonds von Bund und Ländern ist gefragt, um Planungssicherheit zu schaffen. Da wird deutlich: Die Sanierung der Straßen in Wilhelmshaven ist nur ein kleiner Teil eines viel größeren Puzzles, das gelöst werden muss. Und während wir hier in der Stadt auf neue Straßen hoffen, bleibt die Frage: Wer wird das alles bezahlen?