Am 24. April 2026 fand im Gorch-Fock-Haus in Wilhelmshaven ein bemerkenswerter Vortrag des Nautischen Vereins Wilhelmshaven-Jade statt, zu dem rund 90 Gäste erschienen. Andreas Bullwinkel, Präsident der Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung (WHV e.V.), beleuchtete die zentrale Rolle der WHV für die Entwicklung des Hafenstandorts Wilhelmshaven und deren wichtige Mission unter dem Motto „We build maritime future“. Der Verein, gegründet am 15. April 1985 von 24 Gründungsmitgliedern, setzt sich aus ehemaligen Führungskräften und Unternehmern zusammen, die sich für die maritime Wirtschaft engagieren.
Mitglieder des WHV e.V. sind außerdem im Aufsichtsrat der Seaports of Niedersachsen GmbH vertreten, einer Public-Private-Partnership zwischen dem Land Niedersachsen und der Hafenwirtschaft. Bullwinkel sprach auch eine Petition zur Instandsetzung der Seeschleuse 4. Einfahrt an, die an das Bundesministerium für Verteidigung gerichtet wurde. Ministerpräsident Olaf Lies ließ sich kürzlich vor Ort über die Situation informieren und unterstrich damit die Wichtigkeit des Themas.
Fokus auf den JadeWeserPort
Ein geplanter Schwerpunkt liegt auf dem Multipurpose Terminal (MPT) am JadeWeserPort, der darauf abzielt, Umschläge von „high and heavy goods“ sowie Ro/Ro-Verkehren zu ermöglichen. Bullwinkel betonte die Notwendigkeit, die Kräfte in Wilhelmshaven zu bündeln und neue Allianzen zu bilden, um die Stärken des Standorts sichtbar zu machen. Ziel ist eine engere Zusammenarbeit zwischen WHV e.V., dem Nautischen Verein und dem Arbeitgeber- und Wirtschaftsverein Jade (AWV).
In diesem Kontext kündigte Niedersachsen Ports (NPorts) beeindruckende Investitionen in Höhe von insgesamt 25 Millionen Euro für den Hafen Wilhelmshaven an. Im Jahr 2026 sind allein 14 Millionen Euro für neue Hafenprojekte und 11 Millionen Euro für die Infrastrukturpflege vorgesehen. Holger Banik, Geschäftsführer von NPorts, hebt die Bedeutung von Weitblick in der Hafenentwicklung hervor, während Mathias Lüdicke, Leiter der Niederlassung Wilhelmshaven, die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten betont.
Entwicklungen im Außenhafen
Der Außenhafen wird gezielt zum Energy Hub weiterentwickelt, insbesondere mit Blick auf den Import von Ammoniak zur Wasserstoffproduktion. Zudem wird der Hafen an Bedeutung für den Export von CO₂ gewinnen, vor allem im Kontext von CCS/CCU-Projekten. Ein geplanter Anleger für verflüssigte Gase (AVG) wird den Umschlag verschiedener Energieträger ermöglichen. Parallel dazu schafft das Multipurpose Terminal (MPT) zusätzliche Umschlagskapazitäten für On- und Offshore-Windkomponenten, Automobilumschlag sowie Projekt- und Spezialladung.
Der Innenhafen entwickelt sich ebenfalls weiter, hin zu einem maritimen Dienstleistungsstandort mit dem Fokus auf On- und Offshore-Windenergie und maritimen Dienstleistungen. Die Sanierung der Schleusenanlage in Hooksiel, die seit 2022 im Gange ist und bis 2027 abgeschlossen sein soll, ist ein weiteres Beispiel für die kontinuierlichen Bemühungen um die Verbesserung der Infrastruktur. Das Betriebsgebäude von 1975 wird dabei energetisch modernisiert und an die aktuellen Standards angepasst.
Um die touristische Attraktivität zu steigern, wurde ein Konzept zur Weiterentwicklung des Freizeitareals in Hooksiel vorgestellt, das darauf abzielt, Hooksiel als nachhaltige Küsten- und Erholungsdestination zu positionieren. All diese Maßnahmen und Entwicklungen zeigen deutlich, dass Wilhelmshaven auf dem richtigen Kurs ist, um sich als maritimer Standort der Zukunft zu etablieren.