Es war ein tragisches Frühjahr für die Ruscherei in Altengroden, Wilhelmshaven. Mehr als 50 Tiere, darunter Hühner, Gänse, Enten und sogar Pfauen, wurden von der Vogelgrippe dahingerafft. Die Bestürzung war groß, nicht nur unter den Mitarbeitern des Gnadenhofs, sondern auch bei den treuen Besuchern. Die Nachricht, dass der Hof ab dem 26. Februar mit Bauzaun und Flatterband abgesperrt wurde, hat viele Herzen schwer gemacht. Die emotionale und finanzielle Belastung für den Förderverein Ruscherei Altengroden e.V. ist enorm, da die hohen Kosten für Reinigung und Desinfektion die Kasse stark belastet haben.
Der Ausbruch führte dazu, dass insgesamt 56 Tiere eingeschläfert werden mussten. Das ist ein harter Schlag, nicht nur für die Tiere, sondern auch für den gesamten Verein, der seit 20 Jahren ein wichtiger Ort für den Stadtteil ist. Hier haben Kinder die Möglichkeit, Tiere zu erleben und zu betreuen. Aber die Geschichte der Ruscherei geht weiter, denn die Nachfrage nach neuem Geflügel ist groß und die Hoffnung auf einen Neuanfang lebt.
Ein musikalischer Neustart mit „Ruschers Aid“
Die Saison der Musikveranstaltungen in der Ruscherei startet nun endlich wieder, und zwar von Mai bis Oktober, jeweils am letzten Freitag des Monats. Den Auftakt macht das Benefizkonzert „Ruschers Aid“, das zur Unterstützung der Einrichtung ins Leben gerufen wurde. Eine Woche nach dem Ausbruch der Vogelgrippe wurde die Band „Ruschers Aid“ gegründet, und die Musiker, die oft enge Beziehungen zur Ruscherei haben, sind bereit, mit ihren Melodien Wunden zu heilen. Es wird ein buntes Programm geboten, das von Hits zum Mitsingen bis hin zu nachdenklichen Melodien reicht. Und das Beste: Am Tag nach dem Konzert findet ein Familienfest mit Flohmarkt statt! Wer könnte da nicht ins Schwärmen geraten?
Doch die Herausforderungen bleiben bestehen. Der Verein steht vor organisatorischen und finanziellen Hürden, und so sucht man dringend nach Ehrenamtlichen, die bereit sind, bei der Wochenendversorgung der verbliebenen Tiere zu helfen. Der Oberbürgermeister Carsten Feist und Astrid Politze vom Verein „Hasentour e.V.“ haben bereits ihre Unterstützung zugesagt und spendeten 5.000 Euro zur Hilfe. Ein tolles Zeichen der Solidarität in diesen schweren Zeiten!
Ein Blick in die Zukunft
Bis Anfang Juni bleibt der Gnadenhof noch gesperrt, und es werden dringend Futterspenden wie Möhren, Gurken und Eisbergsalat angenommen. Die verbliebenen Tiere müssen versorgt werden, und die Hoffnung auf einen Neuanfang ist spürbar. Der erste Vorsitzende Stefan Bahls hat angekündigt, dass weitere Informationen über die Entwicklungen folgen werden. Die Ruscherei ist nicht nur ein Ort der Tierbegegnungen, sondern auch ein Symbol für die Stärke und den Zusammenhalt der Gemeinschaft. In Krisensituationen zeigt sich, wie verletzlich ehrenamtliche Einrichtungen sind, aber gleichzeitig auch, wie viel Herzblut und Engagement in ihnen steckt.
Mit jedem gespendeten Euro, jeder helfenden Hand und jedem gesungenen Lied kommen wir der Wiederbelebung der Ruscherei näher. Die Gemeinschaft ist stark, und die Musik wird die Wunden heilen – eines ist sicher: Die Ruscherei wird zurückkommen, und sie wird schöner denn je sein!