Wilhelmshaven steht in den Startlöchern für ein ganz besonderes Ereignis: Vom 21. bis 25. Mai erwartet der Kammerchor der Stadt einen Besuch aus dem weit entfernten Uummannaq, einem Kinderheim in Grönland. Jaha, richtig gehört! Es wird ein Kulturaustausch stattfinden, der die Brücke zwischen Nordsee und Arktis schlägt. Die Jugendlichen, die das Heim in Uummannaq bewohnen, werden die frische Brise der Nordsee schnuppern und dabei die Möglichkeit haben, direkt mit den Menschen hier in Kontakt zu treten.
Ein Grund für diesen Austausch ist die bereits im vergangenen Herbst begonnene Zusammenarbeit. Der Kammerchor Wilhelmshaven war damals selbst in Grönland, wo er mit dem „Nordisk Koncertcor“ und jungen Musikern gemeinsam Brahms‘ Requiem aufgeführt hat. Gerrit Junge, der Chorleiter, hat eine ganz besondere Beziehung zu Grönland – er hat nicht nur Musik-Workshops im Kinderheim geleitet, sondern auch tiefgreifende Erfahrungen mit der dortigen Musik und Kultur gesammelt. Es ist schön zu sehen, wie solche Verbindungen entstehen und wachsen können!
Kulturelle Highlights und Gespräche
Das Programm während des Austausches ist vielfältig und spannend. Geplant sind nicht nur Konzerte, sondern auch Vorträge und Diskussionen. Der Chor wird in der Christus- und Garnisonkirche das Brahms-Requiem aufführen, und das mit grönländischen Rahmentrommeln, den „Qilaats“, die anstelle der klassischen Konzertpauken zum Einsatz kommen. Das wird sicher ein einmaliges Klangerlebnis! Am 22. Mai wird Gerrit Junge im Neuen Gymnasium über seine Erfahrungen in Grönland berichten, gefolgt von einem Impulsvortrag im Wattenmeerhaus, gehalten von der ehemaligen grönländischen Ministerpräsidentin Aleqa Hammond. Sie wird wichtige Einblicke in die politischen und wirtschaftlichen Aspekte Grönlands geben – das wird ein spannendes Gespräch, vor allem angesichts der aktuellen Herausforderungen, die das Land aufgrund des Klimawandels zu bewältigen hat.
Aber nicht nur die ernsten Themen stehen auf der Agenda. Am 23. Mai wird das Brahms-Requiem in der Kirche aufgeführt, ergänzt durch Lieder junger Komponistinnen aus Uummannaq. Ein wahres Fest der Musik, das die Herzen der Zuhörer berühren wird! Und am 24. Mai findet ein internationales Begegnungskonzert in der Neuapostolischen Kirche statt, bei dem gemeinsame Musikstücke und sogar eine Uraufführung zu hören sein werden. Man kann sich gut vorstellen, wie die Klänge der verschiedenen Kulturen verschmelzen, während die Musiker die Bühne betreten.
Klimawandel im Fokus
Ein wesentlicher Bestandteil des Austausches wird die Diskussion über den Klimawandel sein. Gerrit Junge wird mit den Schülern des neuen Gymnasiums in Wilhelmshaven über die Auswirkungen sprechen, die der Klimawandel auf Grönland hat. Man kann nur erahnen, wie bedrückend die Situation dort ist. Der Rückgang des Meereises, der die Fischerei und Mobilität der Bevölkerung stark beeinträchtigt, ist ein Thema, das auch hierzulande viele Menschen bewegt. Traditionelle Winteraktivitäten wie Hundeschlittenrennen und Eisfischen verschwinden mehr und mehr – und das ist nicht nur ein Verlust für die grönländische Kultur, sondern wirft auch Fragen auf, wie wir mit den Herausforderungen der Zukunft umgehen.
Die Veranstaltungen sind alle kostenlos, abgesehen von der Anmeldung für den Vortrag im Wattenmeer-Besucherzentrum. Das Ganze wird unterstützt vom Goethe Institut sowie von regionalen Sponsoren, die sich für einen intensiven Austausch zwischen den Kulturen einsetzen. Geschäftsführer Alexander Leonhard hat betont, wie wichtig die wirtschaftlichen und geopolitischen Parallelen zwischen Wilhelmshaven und Grönland sind. Das zeigt, wie eng unsere beiden Regionen miteinander verbunden sind, trotz der großen Distanz.
Was für eine aufregende Woche steht uns bevor! Die Vorfreude ist groß, und man kann nur hoffen, dass diese fünf Tage der Verständigung und des kulturellen Austausches nicht nur die Herzen der Teilnehmer erwärmen, sondern auch langfristige Freundschaften und Kooperationen entstehen lassen.