In Wilhelmshaven, wo die Wellen der Nordsee gegen die Kaimauern schlagen, haben sich die ehemaligen Zerstörerfahrer zusammengefunden, um das Museumsschiff „Mölders“ auf Vordermann zu bringen. Diese leidenschaftliche Crew, bestehend aus rund 50 Freiwilligen aus ganz Deutschland, ist für fünf Tage hier, um das Schiff für die kommende Saison fit zu machen. Man muss sich das mal vorstellen: Da stehen Männer und Frauen, die in ihrer aktiven Zeit das Deck eines Zerstörers befahren haben, jetzt mit Pinsel und Farbe in der Hand, bereit, die Geschichte lebendig zu halten. Es ist ein beeindruckendes Bild, das sich hier bietet – fast schon ein wenig nostalgisch.
Die Arbeiten sind vielfältig: Größere Beschädigungen am Oberdeck müssen ausgebessert werden, und der Besucherrundgang wird überarbeitet. Das klingt nach einer Menge Arbeit – und das ist es auch! Bernd Rahlf vom Marinemuseum und Rahel Labohm haben die Crew herzlich willkommen geheißen und für ihren unermüdlichen Einsatz gedankt. Man merkt, dass der Erhalt der „Mölders“ ohne diese engagierten Helfer kaum möglich wäre. Das Schiff, das seit 2005 Teil des Marinemuseums ist und jedes Jahr Tausende von Besuchern anzieht, steht für einen bedeutenden Abschnitt der deutschen Marinegeschichte.
Ein bisschen plattdeutsch gefällig?
Ein besonderer Begriff schwingt hier mit: „PönEx“. Das setzt sich aus dem plattdeutschen Wort „pönen“ (was so viel wie streichen oder malen bedeutet) und der Abkürzung „Ex“ von „Exercise“ zusammen. Es ist eine wunderbare Verbindung, die den Geist dieser ehrenamtlichen Einsätze widerspiegelt. Die PönEx-Crew der „Mölders“ besteht nicht nur aus der ursprünglichen Besatzung des Schiffes, sondern auch aus ehemaligen Angehörigen der Schwesterschiffe „Lütjens“ und „Rommel“, samt deren Partnerinnen und Partner. Hier wird nicht nur gearbeitet, sondern auch Erinnerungen geteilt und Freundschaften gepflegt.
Das Deutsche Marinemuseum bringt es auf den Punkt: Ohne die engagierten Helfer würde der Erhalt der „Mölders“ in dieser Form nicht funktionieren. Es gibt bereits Pläne für die nächsten Veranstaltungen, darunter ein kleiner PönEx im Herbst und der feierliche 50. Geburtstag des Schiffes am 20. September. Man könnte fast sagen, dass die „Mölders“ ein lebendiges Stück Geschichte ist, das durch den unermüdlichen Einsatz ihrer Unterstützer am Leben gehalten wird.
Die Faszination der Marinegeschichte
Die Schiffahrts- und Marinegeschichte ist ein weites Feld voller spannender Geschichten und Entdeckungen. Die Erforschung dieser Geschichte ermöglicht es, Neues und Vergessenes ans Licht zu bringen. Es gibt unzählige Themen zu erkunden – von den Abenteuern des Lebens über technische Entwicklungen bis hin zu medizinischen Fortschritten. Das Engagement für diese Geschichte geschieht meist ehrenamtlich, und viele Menschen bringen ihr Wissen ein, um Vorträge zu halten oder sich in regionalen Gruppen zusammenzuschließen. Man trifft sich, diskutiert, tauscht Erfahrungen aus und plant Exkursionen. Das ist nicht nur eine Beschäftigung, sondern eine Leidenschaft, die viele Menschen in ihren Bann zieht.
In diesen Tagen in Wilhelmshaven wird klar, dass der Erhalt der „Mölders“ weit mehr ist als nur ein Projekt. Es ist ein lebendiger Prozess, in dem Geschichte nicht nur bewahrt, sondern aktiv gelebt wird. Und während die Wellen am Ufer rauschen, wird hier mit jedem Pinselstrich ein Stück Vergangenheit neu erweckt – ganz im Sinne derjenigen, die einst auf diesem Schiff gedient haben.