In Emden gibt es endlich Licht am Ende des Tunnels für das Technische Hilfswerk (THW). Die Hamburger Firma WIWA hat mit der Kampfmittelsondierung auf dem Gelände für das zukünftige THW-Quartier im Stadtteil Port Arthur/Transvaal begonnen. Diese Sondierung ist ein entscheidender Schritt, denn die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) plant, die Räumarbeiten bis Ende September abzuschließen. Wenn alles nach Plan läuft, könnte das 5400-Quadratmeter-Areal im Oktober an die ausführende Baufirma übergeben werden.
Die Umzugspläne des THW Emden, die bereits 2017/2018 aufgrund einer misslungenen Dachsanierung am aktuellen Standort Schützenstraße ins Rollen kamen, haben sich jedoch als langwierig herausgestellt. So mussten die ursprünglichen Baustart-Vorhersagen für 2024 und 2025 mittlerweile zurückgezogen werden. Der THW-Landesverband in Hannover hat keinen festen Termin für den Spatenstich festgelegt und wartet auf die Ergebnisse der Sondierung. Bisher gab es jedoch keine explosiven Kriegsrelikte im Untergrund, die die Bauarbeiten verzögern könnten. Die Oberflächensondierung läuft, und ab Mai wird in eine größere Tiefe von 1,20 bis 1,50 Metern nach Kleinmunition gesucht.
Ein Rückblick auf die Herausforderungen
Das THW in Emden wartet seit fast neun Jahren auf ein neues Vereinsheim, und die Situation hat sich in der Zwischenzeit nicht verbessert. Baumängel und fehlende Genehmigungen haben die Fortschritte immer wieder ausgebremst, obwohl die Finanzierung gesichert ist. Die 35 aktiven Mitglieder sowie rund 90 Alters- und Ehrenamtsabteilungen sind zunehmend frustriert. Der Standort, an dem das THW aktuell untergebracht ist, ist seit 2017 in einem schlechten Zustand.
Ein geplanter Spatenstich für das Jahr 2022 fand nicht statt. Ortsbeauftragter Michael Eilers äußerte beim Neujahrsempfang ironisch, dass viel mehr auf einer „Wiese“ stünde, als auf der Baustelle geschehen sollte. Ein neuer Spatenstich könnte nun zwischen März und Oktober 2023 stattfinden, sofern keine weiteren Probleme auftreten. Die Bauzeit wird voraussichtlich elf Monate betragen, nachdem die ersten Spatenstiche gesetzt sind.
Blick in die Zukunft
Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) als Bauherrin hat klare Vorgaben für die Neubauten des THW. Diese sollen in weniger als einem Jahr nach dem Spatenstich fertiggestellt werden, und das mithilfe einer seriellen, systematisierten Bauweise mit vorgefertigten Teilen. Das Ziel ist es, moderne, nachhaltige Technologien und Bauweisen zu integrieren, um sowohl Zeit als auch Kosten zu sparen. Die neuen Gebäude werden nicht nur für die Aufgabenerfüllung im Zivilschutz benötigt, sondern auch, um den gestiegenen Anforderungen an räumliche und funktionale Bedarfe gerecht zu werden.
THW-Präsidentin Sabine Lackner betont die Dringlichkeit und Bedeutung dieser Neubauten für die Zukunft des THW und die Wertschätzung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Angesichts der aktuellen politischen Lage wird die Rolle des THW als zivil- und katastrophenschutzorientierte Organisation immer wichtiger, insbesondere auch im Hinblick auf die Erfahrungen, die das THW aus Einsätzen in der Ukraine sammeln konnte.
Oberbürgermeister Tim Kruithoff hat Verständnis für die schwierige Situation des THW geäußert und unterstützt die Bemühungen um einen baldigen Baustart. Es bleibt zu hoffen, dass die anstehenden Sondierungsarbeiten zügig abgeschlossen werden, damit das neue Vereinsheim des THW in Emden endlich Realität werden kann.