Heute ist der 22. Mai 2026 und die Luft in Vechta ist voller Spannung. Hier an der Universität Vechta findet das „International Outdoor Learning Network“ statt, ein Treffen, das sich wie ein Magnet für Expertinnen und Experten aus Dänemark, Schweden, Belgien und Österreich anfühlt. Die Atmosphäre ist lebhaft, ein bisschen aufgeregt, als die Teilnehmer sich versammeln, um die Rolle außerschulischer Lernorte in der zukünftigen Bildung zu erörtern. Das Oldenburger Münsterland und die angrenzenden Gebiete werden dabei zum Schauplatz für neue Ideen und Ansätze.
Die Themen sind vielschichtig und reichen von ökologischen Fragestellungen über berufliche Orientierung bis hin zur Transformation des ländlichen Raums. Ein Gebiet, das nicht nur für die Region, sondern auch für die Bildung der Zukunft von großer Bedeutung ist. Während ich durch die Gänge der Universität schlendere, höre ich verschiedene Sprachen und Dialekte – es ist, als würde man in eine andere Welt eintauchen, in der Lernen unter freiem Himmel zur neuen Normalität wird.
Erste Eindrücke und Exkursionen
Der erste Programmpunkt führt die Teilnehmer in den Eschpark in Lohne. Hier wird der faszinierende Bogen zwischen historischer Kulturlandschaft und moderner Landwirtschaft gespannt. Die Exkursionen sind nicht nur Sightseeing-Touren – sie zielen darauf ab, komplexe Zusammenhänge zwischen historischer Landnutzung und globalen Herausforderungen zu analysieren. Dr. Gabriele Diersen bringt es auf den Punkt: „Außerschulisches Lernen umfasst mehr als Wandertage; es geht darum, zu erfahren, zu erleben und zu gestalten.“ Das ist genau der Geist, der hier in der Luft liegt.
Die Exkursionen führen sogar bis nach Neuharlingersiel auf einen Fischkutter, wo das Projekt „Arbeiten und Lernen für die Fischwirtschaft – erfahrungsorientiert und engagiert“ vorgestellt wird. Das Ziel? Eine Bildungslandschaft zur Fischerei an der niedersächsischen Nordseeküste zu schaffen. Ein spannendes Unterfangen, das zeigt, wie wichtig die Verbindung zwischen Theorie und Praxis ist.
Berufsorientierung und transformative Prozesse
Die Zusammenarbeit zwischen außerschulischen Lernorten, Schulen und Praxispartnern ist ein weiteres zentrales Element dieser Veranstaltung. Besuche bei regionalen Industrieunternehmen wie Big Dutchman und Gramoflor runden das Programm ab. Hier wird deutlich, wie Berufsorientierung und transformative Wirtschaftsprozesse Hand in Hand gehen können. Projekte wie „Zukunftsdialog+“ bringen Jugendliche ins Gespräch mit Betrieben über Themen wie Kreislaufwirtschaft und Renaturierung. Das klingt nicht nur zukunftsorientiert, sondern auch nach einer echten Chance für die nächste Generation.
Ein weiterer Höhepunkt sind die Schulbesuche an der Ludgerus-Schule und der Overbergschule in Vechta. Hier bekommen die Teilnehmer Einblicke in die aktuelle Schulentwicklung und die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern. Es ist inspirierend zu sehen, wie Bildung in der Region neu gedacht wird und wie wichtig der Austausch ist.
Ein starkes Netzwerk für die Zukunft
Natürlich ist das Programm umrahmt von Workshops und Austauschmöglichkeiten zur internationalen Zusammenarbeit. Das Kompetenzzentrum Regionales Lernen spielt hierbei eine Schlüsselrolle. Es widmet sich der Entwicklung und Forschung innovativer Bildungsangebote für Schulen und außerschulische Institutionen. Das Ziel? Die Region als lebendigen Lernort zu erschließen und die Kooperation zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Bildung zu stärken. Ein ambitioniertes Vorhaben, das große Früchte tragen könnte.
Die internationale Tagung markiert einen wichtigen Meilenstein in der Vernetzung der Vechtaer Bildungsforschung. Es ist faszinierend zu beobachten, wie Ideen fließen, wie Menschen zusammenkommen und sich gegenseitig inspirieren. Für die Region und ihre Bildungslandschaft ist dies ein aufregender Schritt nach vorn – und ich kann kaum erwarten, welche Impulse hier gesetzt werden.