Heute ist der 26. Mai 2026, und in Uelzen stehen die Wölfe wieder im Mittelpunkt des Geschehens. Bei der Plenumssitzung des Dialogforums „Weidetierhaltung und Wolf“ im Niedersächsischen Umweltministerium in Hannover war Uelzens Landrat Dr. Heiko Blume mit von der Partie. Das Thema? Natürlich das Wolfsmanagement in Niedersachsen. Ein Thema, das nicht nur die Jäger und Schafzüchter beschäftigt, sondern auch viele Bürger, die sich bei einem Spaziergang im Wald manchmal etwas unsicher fühlen.
Bei dieser Sitzung wurde viel diskutiert. Neben Dr. Blume waren auch Jochen Rehse, der Vorsitzende des Landesschafzuchtverbands Niedersachsen, und Gina Strampe vom Bundesverband für landwirtschaftliche Wildhaltung anwesend. Ernst-Dieter Meinecke von der Landesjägerschaft Niedersachsen und Jörg Ehlers vom Landvolk Niedersachsen sorgten ebenfalls für einen regen Austausch. Ein wichtiges Anliegen war die Tatsache, dass der Wolf mittlerweile vom Bund ins Jagdrecht überführt wurde, was bedeutet, dass die Bejagung nun erlaubt ist, wo die Bestände dies zulassen. Es gibt also Hoffnung auf pragmatische Lösungen, auch wenn Blume betont, dass die Hoffnungen auf einen Kurswechsel in der niedersächsischen Wolfspolitik nicht erfüllt werden.
Forderungen nach mehr Eigenverantwortung
Dr. Blume äußerte sich kritisch zu den aktuellen Regelungen. Umweltminister Christian Meyer und Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte knüpfen das Management an Rissereignisse und bestimmte Schutzanforderungen. „Das entspricht nicht einem effektiven Management“, so Blume. Er sieht das Land hinter den Möglichkeiten des Bundes zurückbleiben. Ein bisschen wie das berühmte „Das Gras ist immer grüner auf der anderen Seite“ – während andere Bundesländer mutig vorangehen, bleibt Niedersachsen in seinen Ansätzen stecken.
Die Landkreise sollen laut den aktuellen Plänen alle Zuständigkeiten beim Wolf an das Land abgeben. Doch Blume befürwortet zwar, dass das Land für die Managementpläne verantwortlich ist, fordert aber auch mehr Eigenverantwortung von Seiten der Landkreise, wenn die Pläne nicht ausreichen. „Wir brauchen pragmatische Lösungen“, sagt er. Schließlich ist der Abschussplan ein etabliertes Mittel, um Wildbestände zu bewirtschaften, und der Uelzener Kreistag hat wiederholt einen solchen Umgang mit dem Wolf gefordert.
Bürgerängste ernst nehmen
Die Sorgen der Bürger sind real. Viele fühlen sich unsicher, wenn sie im Wald unterwegs sind. Es gibt eine gewisse Unruhe, eine Art latente Angst, die sich nicht einfach wegdiskutieren lässt. Blume fordert einen Abschussplan, der vorsieht, dass eine festgelegte Zahl von Jungwölfen geschossen werden kann, solange die Bestände nicht gefährdet sind. Ein Ansatz, der sowohl die Sicherheit der Bürger als auch den Schutz der Natur in den Fokus rückt.
In den kommenden Wochen wird es spannend sein zu beobachten, wie die Diskussionen weitergehen und welche konkreten Schritte die Verantwortlichen ergreifen werden. Eines ist sicher: Das Thema Wolf wird uns noch eine ganze Weile beschäftigen. Und während wir uns um die Wölfe kümmern, sollten wir auch nicht vergessen, dass die Natur ein empfindliches Gleichgewicht hat, das es zu bewahren gilt.