Am Sonntag, den 23.04.2026, fand im Museumsdorf Hösseringen die feierliche Wiedereröffnung der Ausstellung „Steinreiche Heide“ statt. Diese Ausstellung ist ein wahres Juwel, das bereits seit 1998 besteht und sich durch ihren einzigartigen Themenkanon auszeichnet. Nach über 20 Jahren wurde sie nun überarbeitet und neu gestaltet, um den Besuchern noch tiefere Einblicke in die faszinierende Welt der Steine und deren Geschichten zu bieten.
Ein wahrer Blickfang der Ausstellung ist ein Mammut mit seinem Jungen, das in einer eindrucksvollen eiszeitlichen Landschaft präsentiert wird. Diese eindrucksvollen Exponate sind nicht nur ein Fest für die Augen, sondern vermitteln auch Wissen über die geologische Einordnung von Findlingen sowie deren Bearbeitungsmethoden und Verwendungsmöglichkeiten. Ein zentrales Element ist das rekonstruierten jungsteinzeitliche Großsteingrab aus Lehmke, das mit Originalsteinen nachgebaut wurde, und das die Besucher in vergangene Zeiten entführt.
Förderer und bedeutende Exponate
Die Ausstellung wurde durch die großzügige Unterstützung des Lüneburgischen Landschaftsverbands, der Sparkassenstiftung Uelzen und der BINGO Umweltstiftung Niedersachsen ermöglicht. Besonders hervorzuheben ist das Engagement des Museums- und Heimatvereins Uelzen, der ein bemerkenswertes Exponat, einen in der Bronzezeit bearbeiteten „Schälchenstein“, zur Verfügung stellte. Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm hebt die Bedeutung auch unscheinbarer Objekte in der Ausstellung hervor und lädt die Besucher ein, die Geschichten hinter diesen alten Steinen zu entdecken.
- Im Landkreis Uelzen gab es im Jahr 1846 noch 219 Großsteingräber, 100 Jahre später waren es nur noch 17.
- 1938 wurde der Schutzstatus für große Findlinge als Naturdenkmal eingeführt, um diese wertvollen Zeitzeugen zu bewahren.
Die Ausstellung thematisiert nicht nur die historischen Aspekte, sondern auch die ökologische Bedeutung dieser großen Steine als Lebensraum. Denn diese Naturdenkmäler sind nicht nur Relikte der Vergangenheit, sondern auch wichtige Lebensräume für viele Pflanzen und Tiere.
Ein Blick über die Grenzen hinaus
Ein vergleichbares Beispiel aus der Welt der Museen ist das Mammut-Museum Siegsdorf in Bayern. Es ist eines von über 800 nichtstaatlichen Museen in der Region und bietet umfassende Informationen über Geologie, Paläontologie und Eiszeitfunde. Das Museum, das 1995 eröffnet wurde, zieht jährlich etwa 50.000 Besucher an und bietet spannende Einblicke in die Erdgeschichte, einschließlich eines originalen Mammutskeletts, das 1975 in der Umgebung gefunden wurde.
Das Mammut-Museum und die Ausstellung „Steinreiche Heide“ teilen nicht nur ein gemeinsames Thema, sondern zeigen auch, wie wichtig es ist, die Geschichte und die Natur zu bewahren und den Menschen näherzubringen. In beiden Einrichtungen wird die Verbindung zwischen der Vergangenheit und unserer heutigen Welt lebendig gehalten, wodurch Besucher nicht nur Wissenswertes erfahren, sondern auch ein Stück Geschichte hautnah erleben können.
Mit der Wiedereröffnung der Ausstellung „Steinreiche Heide“ wird ein weiteres Kapitel in der spannenden Geschichte der Region aufgeschlagen. Es bleibt zu hoffen, dass viele Besucher die Möglichkeit nutzen, die Geschichten der Steine zu entdecken und die Wunder der Natur zu schätzen.