In Uelzen wird am Dienstag, den 28. April, um 12 Uhr eine Gedenkminute für alle Beschäftigten eingelegt, die im Job Unfälle erlitten oder krank geworden sind. Dieser besondere Anlass fällt mit dem internationalen Gedenktag für mehr Arbeitsschutz, dem „Workers‘ Memorial Day“, zusammen. Die Industriegewerkschaft BAU Nord-Ost-Niedersachsen ruft dazu auf, innezuhalten und der Verstorbenen zu gedenken.
Simone Hoffmeister, die Vorsitzende der IG BAU Nord-Ost-Niedersachsen, hebt die Bedeutung hervor, über Risiken am Arbeitsplatz zu sprechen. „Arbeitssicherheit ist eine Pflicht und sollte nicht an Kosten gespart werden“, so Hoffmeister. Der Gedenktag erinnert uns daran, dass Arbeit nicht nur den Lebensunterhalt sichert, sondern auch Gefahren birgt, die sowohl physischer Natur sind – wie Stürze oder Unfälle mit Maschinen – als auch psychische Belastungen wie Stress und Burnout umfassen.
Die Gefahren am Arbeitsplatz erkennen
Im Rahmen des Gedenktages fordert die IG BAU die Beschäftigten auf, einen „Wo lauern Gefahren?“-Check im Betrieb durchzuführen. Diese Maßnahme soll helfen, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und zu minimieren. Im Jahr 2023 wurden im Bereich der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau 55.915 meldepflichtige Arbeitsunfälle registriert, darunter 85 mit Todesfolge. Ein alarmierendes Signal, das zeigt, dass die Dunkelziffer der Unfälle vermutlich deutlich höher ist.
Die Bundesregierung plant zudem, die Anzahl der Sicherheitsbeauftragten in kleinen und mittleren Betrieben zu reduzieren, um Bürokratie abzubauen. Doch gerade in diesen Betrieben, die etwa 96 % der Unternehmen in Deutschland ausmachen, ist die Rolle der Sicherheitsbeauftragten von entscheidender Bedeutung für sichere Abläufe und den Umgang mit Gefahrstoffen. In Kleinst- und Kleinbetrieben ist das Risiko eines schweren Arbeitsunfalls etwa zweieinhalb bis dreimal so hoch wie in größeren Unternehmen.
Eigenverantwortung und Prävention
Der Workers‘ Memorial Day, der seit 2011 von der IG BAU, dem DGB und der BG BAU organisiert wird, soll nicht nur dem Gedenken dienen, sondern auch die Eigenverantwortung im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz fördern. Beschäftigte sind aufgefordert, Probleme offen anzusprechen und den Betriebsrat einzubeziehen. Stress, Arbeitsverdichtung und die Angst vor Jobverlust tragen erheblich zu einem erhöhten Unfallrisiko bei. Daher ist es umso wichtiger, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber gemeinsam an einer sicheren Arbeitsumgebung arbeiten.
In diesem Jahr steht der Workers‘ Memorial Day unter dem Motto: „Sag ‚Stopp!‘, wenn es gefährlich ist.“ Ein eindringlicher Aufruf, der uns alle an unsere Verantwortung erinnert, auf uns und unsere Kollegen zu achten. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass Arbeit nicht nur ernährt, sondern auch sicher ist.