Heute ist der 10.06.2026 und der Sommer hat uns endlich in seinen warmen Griff genommen. Doch die Freibäder in und um die Heide stehen vor einer Herausforderung, die man sich so nicht hätte vorstellen können. Ein Mangel an Schwimmmeisterinnen und Schwimmeistern sorgt dafür, dass die erfrischenden Orte der Abkühlung nicht wie gewohnt zur Verfügung stehen. Wenn man bedenkt, wie sehr sich die Menschen auf das Planschen im kühlen Nass freuen, ist das schon ein bisschen schade.
Das Waldbad Sieversen im Landkreis Harburg bleibt in diesem Sommer ganz geschlossen – das ist ein herber Schlag für alle Wasserratten und Sonnenanbeter. Aber auch das Tostedter Freibad hat nur verkürzte Öffnungszeiten. Der Personalmangel macht es einfach nicht möglich, die gewohnte Qualität und Sicherheit zu gewährleisten. Und so drohen auch im Waldbad Bad Bodenteich zeitweise Schließungen. Um die Ecke im Freibad Dahlenburg gibt’s derzeit eingeschränkte Öffnungszeiten, weil ein Mitarbeiter krank ist. Wer hätte gedacht, dass ein paar erkrankte Bademeister gleich die gesamte Sommerplanung über den Haufen werfen können?
Die Suche nach Personal gestaltet sich schwierig
Alle betroffenen Gemeinden berichten von massiven Schwierigkeiten bei der Personalsuche. Die Saison in den Freibädern ist nur für wenige Monate und das macht die Stellen für viele Bewerber unattraktiv. Wenn man bedenkt, dass es im Schnitt etwa sechs Millionen Euro an Finanzierung für die Freibäder fehlt, kann man nur erahnen, wie groß die Herausforderung für die Verantwortlichen ist. Es wird immer klarer, dass der Schwimmunterricht für Kinder nicht nur von der Infrastruktur abhängt, sondern auch von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern. Und das ist ein ganz anderes Thema, das uns alle angeht.
Besonders herausfordernd wird es zudem durch die wachsende Zahl an Nichtschwimmern. Diese Entwicklung erfordert zusätzliches Personal, um den Kindern das Schwimmen beizubringen. Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen? Es ist ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen ist. Allerdings gibt es auch Lichtblicke: Das Freibad in Grasleben hat eine kreative Lösung für das Personalproblem gefunden. Das zeigt, dass es auch anders geht, wenn man nur bereit ist, neue Wege zu gehen.
Ein Blick auf den Fachkräftemangel
Die Situation in den Freibädern ist nicht nur ein lokales Problem. Vielmehr ist sie ein Spiegelbild der Herausforderungen, die viele Regionen in Deutschland im Hinblick auf den Fachkräftemangel erleben. Der Druck auf die Arbeitgeber, qualifizierte Mitarbeiter zu finden, wächst stetig. Insbesondere in Berufen, die auf eine spezielle Ausbildung angewiesen sind, fällt es schwer, geeignete Bewerber zu finden. Die Arbeitsagentur hat dazu interessante Statistiken, die die Dimensionen des Problems verdeutlichen. Weitere Informationen findet man unter statistik.arbeitsagentur.de.
Bleibt zu hoffen, dass sich die Lage bald entspannt und die Freibäder wieder zur beliebten Anlaufstelle für große und kleine Wassersportler werden. Denn eins steht fest: Ein Sommer ohne Freibad ist wie ein Fisch ohne Wasser!