Letzte Woche war es endlich so weit: Die „Tour der Energie – erFAHRen, was Uelzen antreibt“ fand statt und bot den Teilnehmenden spannende Einblicke in die moderne Energieversorgung der Stadt. Bei fröhlichem Wetter und einer Strecke von rund 14 Kilometern starteten 20 Radler am Herzogenplatz, um sich auf eine informative Tour durch Uelzen zu begeben. Die Veranstaltung fand im Rahmen des beliebten Uelzener Stadtradelns statt und wurde vom Klimaschutzmanagement der Hansestadt Uelzen organisiert.

Auf der Tour konnten die Teilnehmenden an verschiedenen Stationen Projekte zur Wärmeversorgung, Stromerzeugung und energetischen Sanierung besichtigen. Ralf Monecke, der Projektverantwortliche, stellte den Kommunalen Wärmeplan vor, der auf fossilfreie Wärmeversorgung abzielt. Er betonte das Potenzial, das in der industriellen Abwärme steckt – ein Thema, das immer mehr an Bedeutung gewinnt. Auch Henry Goltz von den Stadtwerken Uelzen sprach über die Herausforderungen der Energieversorgung und die Notwendigkeit eines Mixes verschiedener Systeme, um den zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden.

Erneuerbare Energien im Fokus

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für innovative Projekte war die Kläranlage am Spottweg. Dort decken zwei Blockheizkraftwerke beeindruckende 80% des Strom- und Wärmebedarfs. Und das Beste: Faulgas aus Klärschlamm wird als Brennstoff genutzt! Man fragt sich, warum nicht schon früher auf solche Lösungen gesetzt wurde.

Ein weiteres Highlight war die Präsentation der Passivhaus-Kita am Emsberg. Hier steht ein Holzrahmenbau mit ökologischer Dämmung, der mit zwei Luft-Wärmepumpen und einer Photovoltaikanlage ausgestattet ist. Lars Maack berichtete von seiner eigenen Umrüstung eines Hauses aus den 1970er Jahren von einer Ölheizung auf eine Luftwärmepumpe – unterstützt durch eine Förderung von 55% durch die KfW. Das zeigt, dass Fortschritt nicht nur in großen Projekten steckt, sondern auch in den eigenen vier Wänden möglich ist.

Ideen für die Zukunft

Hartmut Kaiser hat ebenfalls eine spannende Idee: ein Mieterstromprojekt. Er hat in den letzten 20 Jahren Solarstrom- und Solarthermieanlagen installiert. Bei den Herausforderungen, die mit umfangreichen Vorgaben und Investitionen verbunden sind, braucht es jedoch eine gehörige Portion Durchhaltevermögen. Stadtbaurat Andreas Stefansky war sich einig: Der direkte Austausch ist wertvoll, und es sind bereits weitere Touren der Energie in Planung.

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Für die Sicherheit der Radler sorgte der Fahrrad-Club Uelzen unter der Leitung von Jürgen Vehlow, und man konnte spüren, dass alle Beteiligten mit viel Herzblut bei der Sache waren. Solche Veranstaltungen sind nicht nur informativ, sie schaffen auch ein Gemeinschaftsgefühl und fördern den Dialog über wichtige Themen wie Klimaschutz und nachhaltige Energieversorgung.

Die Wärmewende im Blick

Die kommunale Wärmeplanung, wie sie in Uelzen praktiziert wird, ist nicht nur ein lokales Phänomen. Sie trägt zur Wärmewende bei, die für die Zukunft unerlässlich ist. Strategische Planungsinstrumente helfen dabei, die Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien umzustellen und Abwärme besser zu nutzen. Die Bundesregierung hat zahlreiche Förderprogramme ins Leben gerufen, um die Dekarbonisierung der Wärme weiter voranzutreiben. Ziel ist es, den Gebäudebestand bis 2045 treibhausgasneutral zu gestalten – eine Herausforderung, die auf allen Ebenen bewältigt werden muss.

Der Austausch von Ideen und Informationen ist dabei entscheidend. Beratungsangebote und Plattformen zur Wissensvermittlung unterstützen Kommunen und Bürger in ihrem Streben nach einer nachhaltigen Wärmeversorgung. Es gibt also viel zu tun, und Uelzen zeigt, wie es gehen kann – mit Kreativität, Engagement und einer Portion Mut.