Heute ist der 7.06.2026 und während wir hier in Niedersachsen die ersten Sonnenstrahlen des Sommers genießen, gibt es auch ein Thema, das viele von uns beschäftigt: die Bearbeitungszeiten für Steuerbescheide. Gewöhnlich ist das ja eine Sache, die nicht unbedingt für Begeisterung sorgt, doch die aktuellen Zahlen könnten da etwas Licht ins Dunkel bringen. Schaut man sich die Wartezeiten an, so beträgt die durchschnittliche Zeit auf einen Steuerbescheid hierzulande 44,4 Tage für das Jahr 2024. Das klingt erst mal nicht schlecht, besonders wenn man bedenkt, dass wir im Vorjahr noch bei fast 54 Tagen lagen – da hat sich tatsächlich etwas getan!

Die Bundesländer haben sich bei den Bearbeitungszeiten durchweg unterschiedlich entwickelt. Niedersachsen hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Tage verbessert und belegt nun den neunten Platz im bundesweiten Ranking. Damit ist es zwar noch nicht das schnellste Bundesland, aber immerhin haben wir die rote Laterne abgegeben – das war im Jahr 2023 noch Bremen mit 52,8 Tagen. In Niedersachsen sind die Unterschiede bei den Finanzämtern jedoch beträchtlich: Während das Finanzamt Braunschweig-Wilhelmstraße mit 33 Tagen flott arbeitet, müssen Steuerzahler in Buchholz in der Nordheide mit 62 Tagen rechnen.

Die Lage in Norddeutschland

Ein Blick auf die Nachbarn zeigt, dass die Wartezeiten in Mecklenburg-Vorpommern sogar bei 51 Tagen liegen. Das ist zwar nicht gerade erfreulich, aber es gibt auch Lichtblicke. Hamburg hat sich auf 40,6 Tage verbessert und Schleswig-Holstein liegt bei 45,2 Tagen. Hessen hingegen hat mit 41,1 Tagen die beste Bearbeitungszeit. Ein interessanter Fakt: Thüringen hat die schnellsten Finanzämter mit einer Bearbeitungszeit von gerade mal 39,1 Tagen. Man könnte sagen, wir sollten uns etwas mehr sputen – denn der Unterschied zwischen den schnellsten und langsamsten Bundesländern beträgt satte 15 Tage!

Ein weiterer Aspekt, der die Bearbeitungszeiten beeinflusst, ist der demografische Wandel. Hier in Niedersachsen ist das Personal in den Finanzämtern um 1% gesunken – von 9.145 auf 9.040 Vollzeitstellen. Das hat sicher auch Auswirkungen auf die Effizienz. Krankheitsfälle und Elternzeiten tragen ebenfalls dazu bei, dass die Bearbeitung manchmal länger dauert. Rückfragen sind ein weiteres Ärgernis, das man im Hinterkopf haben sollte. Im besten Fall könnte eine Vereinfachung der Steuergesetzgebung, wie sie vom Finanzministerium gefordert wird, dazu führen, dass wir bald weniger lange warten müssen.

Die Zukunft der Steuererklärungen

Für viele könnte es in Zukunft eine Erleichterung geben: In Teilen Norddeutschlands könnten rund 85.000 Menschen ihre Steuererklärung direkt vom Amt erledigen lassen. Das könnte die Situation erheblich verbessern. Aber das bleibt abzuwarten. Bis dahin heißt es, Geduld haben und hoffen, dass die Finanzämter weiterhin an der Verbesserung der Bearbeitungszeiten arbeiten. Wenn ich mir so überlege, was für ein Aufwand manchmal mit der Steuererklärung verbunden ist, bin ich umso froher, dass wir zumindest einen kleinen Fortschritt verzeichnen können.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Natürlich gibt es keinen Grund zur Panik, aber ein bisschen Optimismus schadet nie. Vielleicht wird ja alles ein Stückchen einfacher und schneller – und wir können die Zeit, die wir sonst mit Warten verbringen, lieber in die schönen Dinge des Lebens investieren. Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude!