Heute ist der 21.04.2026 und in Salzgitter gibt es Grund zur Freude: Der Salzgitter-Konzern hat im ersten Quartal 2026 einen Außenumsatz von 2,3 Milliarden Euro erzielt, was im Vergleich zum Vorjahr unverändert bleibt. Doch das ist nicht die einzige positive Nachricht. Das bereinigte EBITDA, auch bekannt als EBITDA VX, hat sich sprunghaft auf 280 Millionen Euro erhöht, während es im Vorjahr nur 79 Millionen Euro betrug. Auch das Ergebnis vor Steuern (EBT VX) kann sich sehen lassen: 179 Millionen Euro im Vergleich zu einem Minus von 27 Millionen Euro im Vorjahr.
Ein ganz wesentlicher Beitrag zu diesen erfreulichen Zahlen kommt von der at-equity bilanzierten Beteiligung an der Aurubis AG, die 147 Millionen Euro zum Ergebnis beisteuerte, im Vergleich zu 48 Millionen Euro im Vorjahr. Dieser Ergebnisbeitrag wurde überwiegend durch Metallpreis-Bewertungseffekte geprägt. Zudem verzeichnen die Bereiche Stahlerzeugung, Handel und Technologie eine deutliche Ergebnisverbesserung.
Optimistische Jahresprognose
Die positiven Entwicklungen haben dazu geführt, dass Salzgitter die Jahresprognose für 2026 angehoben hat. Das EBITDA VX wird nun in einer Bandbreite von 625 bis 725 Millionen Euro erwartet, was eine deutliche Erhöhung gegenüber den zuvor prognostizierten 500 bis 600 Millionen Euro darstellt. Auch das EBT VX soll zwischen 200 und 300 Millionen Euro liegen, während die Umsatzprognose weiterhin bei rund 9,5 Milliarden Euro bleibt. Der vollständige Q1-Abschluss wird am 12. Mai 2026 veröffentlicht, und die Salzgitter Aktie notiert aktuell bei 51,00 Euro, mit einem Plus von 2,53 Prozent.
Die Herausforderungen der Stahlindustrie
Trotz dieser erfreulichen Nachrichten stehen die Stahlhersteller in Deutschland, zu denen auch Salzgitter zählt, vor erheblichen Herausforderungen. Die Branche leidet unter hohen Kosten und einem unfairen Wettbewerb mit asiatischen Rivalen, die knapp drei Viertel des globalen Rohstahls produzieren. Deutschland ist der größte Stahlproduzent innerhalb der EU, aber die Rohstahlproduktion ist im ersten Halbjahr 2025 um fast 12 Prozent auf 17,1 Millionen Tonnen gesunken. Diese Zahlen sind alarmierend und gleichen dem Niveau der Finanzkrise 2009.
Hohe Energiekosten und die Billigkonkurrenz aus dem Ausland setzen den Firmen stark zu. Zusätzlich wird die US-Zollpolitik als Belastungsfaktor angesehen. Umso wichtiger ist es, dass in Deutschland ab 2026 ein staatlich subventionierter Industriestrompreis für energieintensive Unternehmen eingeführt werden soll. Damit erhofft man sich, die Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen.
Der Ausblick für die Stahlindustrie
Salzgitter plant bis 2028 jährliche Einsparungen von 500 Millionen Euro, was jedoch auch zu einem Personalabbau führen könnte. Die IG Metall warnt bereits vor dem Verlust von Zehntausenden Arbeitsplätzen, falls die Energiepreise nicht wettbewerbsfähig bleiben. In einer Zeit, in der etwa vier Millionen Menschen in stahlintensiven Branchen beschäftigt sind, ist es von größter Bedeutung, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Zukunft der Stahlindustrie in Deutschland zu sichern.
Die Entwicklungen rund um den Salzgitter-Konzern und die gesamte Branche zeigen, dass trotz der aktuellen Erfolge auch viel Arbeit vor uns liegt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt und welche Maßnahmen letztlich getroffen werden, um die Herausforderungen zu bewältigen.