In einer Zeit, in der der deutsche Mühlen-Markt mit einer beachtlichen Überkapazität zu kämpfen hat, ist der Wettbewerb härter denn je. Besonders in Niedersachsen wird der Strukturwandel in der Branche deutlich spürbar. Die Mühle Rüningen in Braunschweig, die vor zwei Jahren von Dossche Mills übernommen wurde, steht dabei im Fokus. Die Entscheidung, diesen Standort zu stärken, kommt zur richtigen Zeit, um die Leistungsfähigkeit und damit auch die Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Geschäftsführer Ludwig de Mot sieht sie als strategischen Schritt, um in einem von vielen Veränderungen geprägten Markt bestehen zu können.

Die Mühle Rüningen verarbeitet jährlich etwa 1 Million Tonnen Getreide, darunter Weizen, Dinkel, Roggen und Bio-Getreide. Dies zeigt, wie wichtig dieser Standort für die Region ist. Dossche Mills, ein Unternehmen, das 1875 gegründet wurde und mittlerweile zu den größten Mühlen Europas zählt, hat mit einem Umsatz von rund 1 Milliarde Euro einen starken Einfluss auf die Branche. Die Übernahme ist also nicht nur eine lokale Entscheidung, sondern hat auch weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Mühlenlandschaft in Deutschland.

Strukturelle Herausforderungen der Mühlenbranche

Der Strukturwandel ist ein zentrales Thema. Während vor 30 Jahren noch 539 Mühlen in Deutschland aktiv waren, sind es heute nur noch 170, die mehr als 1.000 Tonnen Getreide verarbeiten. Ein Rückgang um vier Mühlen im Wirtschaftsjahr 2024/25 ist ein deutliches Alarmsignal. Gleichzeitig erzeugen fast die Hälfte aller Mühlen weniger als 5.000 Tonnen Mahlerzeugnisse und haben somit nur einen Marktanteil von weniger als 2 Prozent. Es ist ein klarer Hinweis darauf, dass kleinere Betriebe zunehmend unter Druck geraten und die großen Mühlen wie Dossche Mills eine dominierende Rolle einnehmen.

In dieser herausfordernden Zeit zeigt sich auch die Innovationskraft der Branche. Das neue Online-Portal BÄCKERWELT, das 13 Fachzeitschriften vereint, bietet Bäckern und Konditoren aktuelle News, ein Seminarprogramm sowie ein Jobportal speziell für die Bäckerbranche. Die benutzerfreundliche Plattform zeigt, wie wichtig es ist, in der heutigen Zeit vernetzt und informiert zu sein. Bäcker und Konditoren jeder Größe profitieren von diesen neuen Möglichkeiten, die unter anderem auch eine interaktive Karte mit Betrieben enthält, die von Fachredaktionen besucht wurden.

Die Zukunft der Lebensmittelverarbeitung

Während sich die Mühlenbranche wandelt, wird gleichzeitig deutlich, dass auch die Bio-Verarbeitungsbranche eine Rolle spielt. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat das Praxis-Netzwerk Bio-Verarbeitung gestartet, um die Innovationskraft dieser Branche zu fördern. Die Vielfalt der Bio-Verarbeitung wird durch 60 ausgewählte Praxis-Partner, die in fast allen Bundesländern vertreten sind, repräsentiert. Diese Partner sollen die Bedeutung der mittelständischen Lebensmittelverarbeiter für resiliente Ernährungssysteme ins Rampenlicht rücken.

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Die Herausforderungen sind also überall spürbar, egal ob in der traditionellen Mühlenbranche oder im Bio-Sektor. Die Frage ist, wie es weitergeht. Die Mühle Rüningen könnte ein Beispiel dafür sein, wie man sich anpassen und gleichzeitig die Arbeitsplätze sichern kann. Und während die großen Mühlen weiter wachsen, bleibt die Frage, wie die Kleineren ihren Platz im Markt behaupten können. Es bleibt spannend, was die Zukunft für die Lebensmittelverarbeitung in Deutschland bereithält.