Am heutigen Tag, dem 1.05.2026, gibt es in der norddeutschen Kirchengemeinde Grund zur Freude: Christina-Maria Bammel hat ihren Dienst als neue Landesbischöfin der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig angetreten. Mit ihrer Wahl im November 2022 durch die braunschweigische Landessynode tritt sie die Nachfolge von Christoph Meyns an, der nach elf Jahren in den Ruhestand ging. Bammel bringt eine beeindruckende Karriere mit, die sie zuvor als Pröpstin des Konsistoriums der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz prägte.

Die neue Landesbischöfin hat ein starkes Fundament in der theologischen Ausbildung. Ihr Studium absolvierte sie in Berlin, Philadelphia (USA) und Marburg. Von 2009 bis 2015 war sie als Pfarrerin in Berlin tätig und arbeitete zudem als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Systematische Theologie der Humboldt-Universität Berlin. Bei ihrem Amtsantritt hob sie die gemeinschaftsfördernde Kraft der Musik hervor, besonders anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Braunschweiger Domsingschule.

Die Landeskirche im Wandel

Die Landeskirche Braunschweig, die sich über eine Fläche von Wolfsburg im Norden bis Walkenried im Süden erstreckt und etwa 270.000 Mitglieder in 262 Gemeinden zählt, hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Bammel nimmt nun eine zentrale Rolle ein, um diesen Wandel aktiv mitzugestalten. Ihr Amt ist auf zwölf Jahre befristet, was ihr die Möglichkeit gibt, langfristige Visionen zu entwickeln und umzusetzen.

Ein Thema, das in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus gerückt ist, ist die Gleichstellung der Geschlechter in der Kirche. Rajah Scheepers beleuchtet in ihrem Buch „Die Ersten – Frauen erobern die Kanzeln“, das anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Gleichstellung von Frauen in der Evangelischen Kirche veröffentlicht wurde, die Herausforderungen, mit denen Frauen in der Kirche konfrontiert sind. Von strukturellen Ungleichheiten bis hin zu geschlechtsspezifischen Vorurteilen wird deutlich, dass noch viel zu tun ist, um die Gleichstellung in allen Ebenen der Kirche zu fördern.

Ein Blick in die Zukunft

Es ist kein Geheimnis, dass Frauen in kirchlichen Führungspositionen nach wie vor unterrepräsentiert sind. Aktuell sind weniger als ein Drittel der mittleren Leitungsebene Frauen, und auf der höchsten Ebene ist dieser Anteil noch geringer. Bammel hat die Chance, als Landesbischöfin neue Impulse zu setzen und die Gleichstellung in der Landeskirche voranzutreiben. Scheepers fordert in ihrem Werk auch strukturelle Änderungen, um Ämter familienfreundlicher zu gestalten, was in der heutigen Zeit mehr denn je notwendig ist.

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Die Geschichten der Frauen, die in Scheepers’ Buch porträtiert werden, sind eindrucksvolle Beispiele für den Mut und die Entschlossenheit, die nötig sind, um Veränderungen herbeizuführen. Sie zeigen, dass der Einsatz für eine gerechtere und gleichberechtigte Kirche nicht nur notwendig, sondern auch wertvoll ist. Die Hoffnung auf eine gleichberechtigte Vertretung von Männern und Frauen auf allen Ebenen der Kirche bleibt eine zentrale Herausforderung, die Bammel und ihre Kolleginnen und Kollegen aktiv angehen sollten.