Die Diskussion um die Todesstrafe in den USA nimmt wieder Fahrt auf. In einem Jahr, das bereits von einer bemerkenswert hohen Anzahl an Hinrichtungen geprägt ist, kam es am 14. November 2025 erneut zu einem bitteren Ereignis. Wie Le Figaro berichtet, wurde Bryan Jennings, ein 66-jähriger Mann, in Florida hingerichtet. Gemeinsam mit ihm stellte das Jahr 2025 mit bereits 42 Exekutionen die höchste Zahl seit 2012 dar.
Bedeutend ist, dass ein weiterer Teile dieser Geschichte auch die Begnadigung von Tremane Wood betrifft. Wood, 46 Jahre alt und verurteilt wegen Mordes, sollte ursprünglich ebenfalls hingerichtet werden, wurde jedoch kurzfristig vom Gouverneur Kevin Stitt begnadigt. Dies geschah auf Empfehlung einer Begnadigungskommission, die am 5. November die Umwandlung seiner Todesstrafe in lebenslange Haft bevorzugte. Stitts Entscheidung basierte unter anderem auf der Berücksichtigung der Schicksale der Familienangehörigen, im speziellen des Bruders von Woods, der 2019 in Haft starb, nachdem er die Tat gestanden hatte.
Ein Anstieg der Exekutionen
Im ganzen Jahr 2025 zeigt sich ein Trend: Die Zahl der Exekutionen ist im Vergleich zu den Vorjahren stark angestiegen. Laut Le Monde wurden mit Jennings‘ Hinrichtung bereits 42 Menschen exekutiert, was die höchste Anzahl seit 2012 ist, als es insgesamt 43 Exekutionen gab. Dies ist auch die höchste Rate seit 2015, als 26 Menschen hingerichtet wurden. Am 15. Juli 2025 wurde Michael Bell, 54 Jahre alt, ebenfalls in Florida hingerichtet. Bell war für den Mord an zwei Menschen im Jahr 1993 verurteilt worden und hatte vor seinem Tod mit einer tödlichen Injektion spielend den Überblick über die Entstehung der amerikanischen Unterschichten sowie die dunklen Seiten des Systems angedeutet.
Die Methoden der Exekution zeigen auch Veränderungen. In diesem Jahr wurden 35 der 42 Hinrichtungen durch tödliche Injektion durchgeführt. Zudem kam es in South Carolina erstmals seit 2010 wieder zu Hinrichtungen durch ein Exekutionskommando, während die Stickstoffinhalation, die 2024 in Alabama ihren Anfang nahm, auch bei fünf Exekutionen angewendet wurde.
Der Status der Todesstrafe in den USA
Dieser Anstieg erfolgt in einer Zeit, in der die Todesstrafe in vielen Bundesstaaten ein umstrittenes Thema bleibt. Wie Statista hervorhebt, haben 23 von 50 Bundesstaaten die Todesstrafe abgeschafft. Kalifornien, Oregon und Pennsylvania haben zudem einen Moratorium für Exekutionen eingeführt, was die anhaltende Debatte über die Angemessenheit und Ethik dieser Strafe weiter befeuert.
In den kommenden Wochen und Monaten wird die öffentliche und politische Diskussion um die Todesstrafe weiterhin spannend bleiben. Mit weiteren geplanten Hinrichtungen, wie der von Stephen Bryant am Freitag in South Carolina, drängt sich die Frage auf, ob die Gesellschaft erneut einen kritischen Blick auf diese brutale Praxis werfen wird.