Heute ist der 5.05.2026 und ich sitze hier in Osnabrück, wo die Stadt noch von den Feierlichkeiten zum Aufstieg des VfL Osnabrück in die Zweite Liga geprägt ist. Es war ein aufregender Sonntag, an dem die Fans des VfL Osnabrück in Wiesbaden eine unvergessliche Aufstiegsfeier erleben durften. Der SV Wehen Wiesbaden hatte es sich nicht nehmen lassen, den Osnabrückern eine Plattform zu bieten, um ihren Erfolg gebührend zu zelebrieren. Über 5.000 Anhänger des VfL machten sich auf den Weg, um im Stadion des SVWW zu feiern – eine beeindruckende Kulisse und ein Zeichen für die gute Nachbarschaft zwischen den beiden Vereinen.
Der VfL Osnabrück hatte sich den Aufstieg in die Zweite Liga bereits am Samstag gesichert, nachdem Rot-Weiss Essen eine deftige 1:6-Niederlage gegen den VfB Stuttgart II hinnehmen musste. Umso mehr war die Stimmung der Osnabrücker Fans, trotz der sportlich bedeutungslosen Partie, positiv. Und die Feierlichkeiten gingen erst richtig los! Der SV Wehen Wiesbaden hatte sogar ein Public Viewing organisiert, bei dem das entscheidende Spiel von Energie Cottbus auf einer Leinwand gezeigt wurde. Die Niederlage von Energie Cottbus, die dem VfL Osnabrück die Drittliga-Meisterschaft sicherte, war ein Grund zum Feiern.
Ein denkwürdiges Duell
Im Spiel selbst musste der SV Wehen Wiesbaden eine 2:3-Niederlage gegen Osnabrück hinnehmen. Dabei hätte es für die Wiesbadener besser laufen können, denn sie führten zweimal. Tarik Gözüsirin brachte die Gastgeber in der 32. Minute in Führung, doch Badjie sorgte in der 58. Minute für den Ausgleich. Ein Eigentor von Gillekens in der 68. Minute ließ die Osnabrücker kurzzeitig jubeln, doch Agrafiotis schaffte in der 86. Minute den Ausgleich. Und dann kam das Drama der Nachspielzeit, als Robert Tesche in der 92. Minute das 3:2 für Osnabrück erzielte. Ein friedlicher Platzsturm folgte, der jedoch von der Polizei verhindert wurde, um die Ordnung zu wahren. Timo Schultz, der Trainer von Osnabrück, lobte den Charakter seiner Mannschaft, während sein Kollege Daniel Scherning vom SVWW die Defensive und die Effizienz im Angriff kritisierte.
Der SV Wehen Wiesbaden, der sich in der Tabelle nicht mehr verbessern konnte, nahm vor dem Spiel mit einer Schweigeminute Abschied von Rainer Baum, der über 1.000 Spiele für den SVWW bestritten hat. Ein emotionaler Moment, der die Verbundenheit des Vereins mit seinen Spielern und der Geschichte verdeutlichte. Und trotz der Niederlage war die Atmosphäre im Stadion von einem besonderen Spirit geprägt. VfL-Präsident Holger Elixmann lobte die Gastfreundschaft in Wiesbaden und die zahlreichen positiven Begegnungen zwischen den beiden Klubs, die in der kommenden Saison in unterschiedlichen Ligen spielen werden.
Ein bisschen wehmütig blieben die Erinnerungen an das letzte Heimspiel gegen Hoffenheim II, das am 16. Mai ansteht. Die Wiesbadener müssen zwar einige Ausbesserungen auf dem Platz vornehmen, aber der Blick ist nach vorne gerichtet. Es bleibt spannend, wie sich die beiden Vereine in der nächsten Saison entwickeln werden. Für den VfL Osnabrück ist der Aufstieg ein Neuanfang, während der SV Wehen Wiesbaden weiterhin an seiner Strategie arbeiten muss, um wieder in die oberen Ligen vorzustoßen.