In den Morgenstunden des 29. April 2026 kam es in Bremerhaven und Cadenberge (Landkreis Cuxhaven) zu umfangreichen Durchsuchungsaktionen, die von Spezialkräften der Polizei durchgeführt wurden. Diese Maßnahmen standen im Zusammenhang mit einem Verdacht auf Terrorismus. Eine Gruppe von Verdächtigen, angeführt von einem 20-jährigen Serben, soll eine islamistisch motivierte Gewalttat in Deutschland geplant haben. Neben dem Hauptverdächtigen sind auch weitere junge Männer im Alter von 17 bis 22 Jahren, mit syrischer und sudanesischer Staatsangehörigkeit, in den Fokus der Ermittlungen geraten.
Die Staatsanwaltschaft Celle, die die Untersuchung leitet, stellte fest, dass es kein konkretes Anschlagsziel und keinen unmittelbar bevorstehenden Anschlag gab. Während der Durchsuchungen wurden zwar zwei Anscheinswaffen, ein Säbel, Mobiltelefone und Datenträger sichergestellt, jedoch keine scharfen Schusswaffen oder Anschlagsmaterial gefunden. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts einer geplanten schweren staatsgefährdenden Gewalttat, wobei Hinweise auf die Gruppe vom New Yorker Polizei (NYPD) kamen.
Sicherheitsbehörden im Einsatz
Bei den Maßnahmen waren Beamte der Zentralen Kriminalinspektion Oldenburg, des Landeskriminalamts Bremen sowie der Bereitschaftspolizei Niedersachsen beteiligt. Auch ein 35-jähriger Mann, der sich vor dem Oberlandesgericht Celle verantworten muss, steht im Verdacht, Material für bewaffnete Drohnen beschafft zu haben. In den letzten Jahren hat sich die Bedrohung durch islamistisch motivierten Terrorismus in Deutschland verstärkt, was die Sicherheitsbehörden in Alarmbereitschaft versetzt hat.
Die Abteilung „Islamistisch motivierter Terrorismus/Extremismus“ (TE) des Bundeskriminalamts (BKA) wurde am 1. November 2019 gegründet, um die operativen und analytischen Fähigkeiten zur Bekämpfung religiös motivierten Terrorismus zu verbessern. Die Entwicklung dieser Abteilung ist ein wichtiges Element im Kampf gegen den Terrorismus, insbesondere nach den Anschlägen vom 11. September 2001, die die Bedrohung durch religiös motivierten Terrorismus verdeutlichten. Seitdem wurden zahlreiche Anschläge in Deutschland verhindert, während die Zahl der als „Gefährder“ eingestuften Personen seit 2013 fast verfünffacht hat.
Aktuelle Gefährdungslage
Aktuelle Zahlen zeigen, dass das islamistische Personenpotenzial in Deutschland im Jahr 2024 etwa 28.280 Personen betrug, wobei der Salafismus mit 11.000 Personen die größte islamistische Strömung darstellt. Das gewaltorientierte islamistische Personenpotenzial wird auf 9.540 geschätzt. Über 1.200 Personen reisten seit 2011 aus islamistischer Motivation in Konfliktregionen wie Syrien und Irak. Dabei kehrte etwa 40% der gereisten Personen nach Deutschland zurück, von denen mehr als 150 Kampfausbildung oder -erfahrung haben. Diese Rückkehrer stellen eine hohe Gefahr dar, da sie ideologisch indoktriniert und kampferfahren sind.
Die Aktivitäten von jihadistischen Organisationen und Einzeltätern, insbesondere vom IS, zeigen, dass Deutschland nach wie vor ein Ziel für terroristische Angriffe bleibt. Die Sicherheitsbehörden arbeiten intensiv daran, Informationen über Rückkehrer aus jihadistischen Kampfgebieten zu sammeln und gleichzeitig Maßnahmen zur Deradikalisierung und Reintegration zu fördern. Angesichts der weiterhin hohen Gefährdungslage ist es unerlässlich, die Anstrengungen zur Bekämpfung des islamistischen Terrorismus weiter zu intensivieren.