In Oldenburg tut sich was – und das nicht gerade zum Besten. Die Bahn hat angekündigt, die beschädigte Eisenbahn-Klappbrücke über die Hunte nach dem Wochenende in Angriff zu nehmen. Für viele Reisende wird das eine echte Herausforderung, denn die Brücke ist ein wichtiges Nadelöhr für Züge im Nordwesten. Von Sonntag, dem 17. Mai, um 23 Uhr bis Donnerstag, dem 21. Mai, um 5 Uhr gibt es kein Durchkommen. Die Sperrung hat ihren Grund: Ein Schaden am Längsträger der Brücke macht eine Reparatur notwendig.

Was bedeutet das für die Fahrgäste? Nun, sie müssen auf Busse umsteigen – das ist mal eine Umstellung. Der Intercity aus Leipzig wird nur bis Hannover fahren, und von dort geht es mit Regionalverkehr nach Bremen. In Bremen dann das nächste Abenteuer: Ersatzbusse nach Delmenhorst, Hude oder Oldenburg. Auch zwischen Oldenburg und Norddeich Mole pendelt ein IC, aber auch da gibt’s Ersatzbusse für die Strecke Bremen nach Oldenburg. Und als wäre das nicht genug, müssen Fahrgäste zwischen Oldenburg und Sandkrug ebenfalls in Busse umsteigen. Dann gibt’s da noch die Sache mit der zweiten Verbindung pro Stunde, die zu bestimmten Tageszeiten ausfällt. Das kann ja heiter werden!

Ein Blick in die Zukunft

Seit Januar lässt sich die Brücke zudem nicht mehr für Schiffe aufklappen, weil eine Zahnstange gebrochen ist. Und falls das noch nicht genug ist, soll diese Zahnstange im kommenden Herbst repariert werden, was erneut Ersatzverkehr für Bahnreisende bedeutet. Die Brücke, die ursprünglich bis 2040 halten sollte, muss früher als gedacht neu gebaut werden. Der Neubau wird ohne Klappmechanismus und mit einer höheren Durchfahrtshöhe realisiert. Ein genauer Zeitplan für diesen Neubau ist allerdings noch nicht bekannt – die Ungewissheit bleibt.

Wirtschaftsvertreter fordern schon lange konkrete Ausbaumaßnahmen, einschließlich der Erneuerung der Huntebrücke in Oldenburg. Man fragt sich, wie viel Geduld die Reisenden noch aufbringen müssen, bis wirklich etwas passiert.

Ein größerer Kontext

Die Situation in Oldenburg ist Teil eines größeren Problems. Die Bundesregierung plant Investitionen von 166 Milliarden Euro in die Infrastruktur bis 2029. Der Fokus liegt auf der Sanierung maroder Bahnstrecken und Autobahnbrücken. Rund 107 Milliarden Euro sollen in die Schiene fließen, um die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit zu verbessern. Diese Maßnahmen sind dringend nötig, denn die Reisenden müssen in den kommenden Jahren mit Baustellen und Einschränkungen rechnen.

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Die Deutsche Bahn hat bereits angekündigt, dass sie eine Generalsanierung von über 40 stark belasteten Strecken plant – darunter auch die Riedbahn und die Strecke Hamburg-Berlin. Die Modernisierung von rund 100 Bahnhöfen zu „Zukunftsbahnhöfen“ ist ebenfalls in Arbeit. Das bedeutet einheitliche Gestaltung, bessere Zug-Informationen und mehr Barrierefreiheit. Es bleibt abzuwarten, ob diese umfassenden Pläne die drängenden Probleme in Oldenburg und anderswo tatsächlich lösen können.