In Varel, einer kleinen Stadt im Landkreis Friesland, hat sich etwas Großes getan. Auf einer wiedervernässten Moorfläche entsteht die größte Moor-Photovoltaikanlage Deutschlands. Man könnte sagen, das ist ein bisschen wie das Aufblühen eines schüchternen Blumenstraußes in der Morgensonne! Mit einer Fläche, die etwa 40 Fußballfeldern entspricht, soll dieser Solarpark nicht nur Strom für mehr als 9.000 Haushalte liefern, sondern auch einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Betreiber des Projekts sind die WI Energy GmbH, die emt²gruppe aus dem Emsland sowie zwei lokale Landwirte aus Varel. Gemeinsam haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, CO2 einzusparen und gleichzeitig rentabel zu arbeiten. Die Anlage nahe der A29 ist bereits ans Netz gegangen, und die ersten Sonnenstrahlen haben die Solarmodule zum Leben erweckt. Das Besondere? Diese Module erzeugen Strom nicht nur durch direkte Sonneneinstrahlung, sondern auch durch reflektiertes Licht von der nassen Mooroberfläche. Ein cleverer Einfall!

Herausforderungen und Lösungen

Der Bau war alles andere als ein Spaziergang – der saure Moorboden stellte eine echte Herausforderung dar. Um die Stabilität der Module zu gewährleisten, mussten die Ständer bis zu 4,5 Meter tief in die Erde gerammt werden. 18 Trafostationen stehen auf dem Gelände, viele von ihnen wurden sogar mit dem Traktor transportiert. Man kann sich gut vorstellen, wie das in der Praxis aussah! Ein bisschen wie ein großes Spielzeug für Erwachsene, das aber durchaus ernsthafte Absichten verfolgt.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Nutzung der Fläche unter den aufgeständerten Modulen. Hier gibt es bis zu 2,10 Meter Platz für die Weidehaltung von Rindern oder Schafen. Auch eine komplette Mahd ist möglich. Die Idee, Landwirtschaft und erneuerbare Energien zu kombinieren, zeigt, dass man in Varel clever denkt. Die Bürgerinnen und Bürger der Region hatten zudem die Möglichkeit, sich über eine Bürgerenergiegenossenschaft an dem Projekt zu beteiligen. Das stärkt den Zusammenhalt und die Gemeinschaft – was will man mehr?

Wissenschaftliche Begleitung und Zukunftsperspektiven

Doch das ist noch nicht alles! Wissenschaftlich wird das Projekt von der Uni Greifswald begleitet. Forscher untersuchen die Veränderungen der Treibhausgasemissionen und die Entwicklung der Tier- und Pflanzenwelt im Moor-Solarpark. Es gibt sogar Pläne für weitere Versuchsflächen, die unterschiedliche ökologische und ökonomische Fragen rund um Moore beleuchten sollen. Das Forschungsprojekt „MoorPower“ hat sich genau das auf die Fahnen geschrieben – eine umfassende Bearbeitung von ökologischen und ökonomischen Fragestellungen.

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Auf diesen Experimentalflächen soll nicht nur die Gesamttreibhausgasbilanz ermittelt werden, sondern auch die Auswirkungen von Mooren auf Materialien und deren Einfluss auf Wasserqualität, Bodenphysik und Mikrobiom untersucht werden. Es ist ein spannendes Unterfangen, das zeigt, wie viele Facetten das Thema Moor und Klimaschutz hat. Und wer weiß? Vielleicht wird Varel ja schon bald zum Vorreiter für ähnliche Projekte in ganz Deutschland!