Heute ist der 8.05.2026 und es gibt Neuigkeiten aus der Region, die uns wieder einmal die dunklen Schatten der Geschichte vor Augen führen. In Moordorf, einem kleinen Ort im Landkreis Aurich, gab es bis 1945 Zwangssterilisationen, die das Leben von 26 Menschen drastisch veränderten. Diese grausame Praxis wurde von einem gewissen Arend Lang, einem NSDAP-Mitglied, vorangetrieben, der sich bis zum SS-Obersturmbannführer hocharbeitete. Lang, der nicht nur Mediziner, sondern auch Kartograf war, wurde 1976 mit der Ubbo-Emmius-Medaille der Ostfriesischen Landschaft ausgezeichnet. Ein Preis, der nun, nach Jahrzehnten des Schweigens, aberkannt wird.
Die Entscheidung, Langs Auszeichnung zu entziehen, kommt nicht von ungefähr. Historiker Andreas Wojak hat Beweise für Langs aktive Rolle bei den Zwangssterilisationen in Moordorf entdeckt. In einem Dokument äußerte Lang, dass er 70% der Dorfbevölkerung für „erbbiologisch minderwertig“ hielt. Solche Aussagen sind schockierend und lassen einen erschaudern, wenn man bedenkt, dass diese Überzeugungen in einer Zeit des Horrors und der Unmenschlichkeit formuliert wurden. Rico Mecklenburg, der Präsident der Ostfriesischen Landschaft, hat nun angekündigt, dass alle Preisträger einer genauen biografischen Überprüfung unterzogen werden sollen. Ein Schritt, der überfällig ist und zeigt, dass man aus der Geschichte lernen möchte.
Die Schatten der Vergangenheit
Es ist wichtig, dass wir die Geschichte von Moordorf und die Taten der Nazis nicht vergessen. Der Ortsvorsteher Stefan Kleinert hat betont, dass wir aus der Vergangenheit lernen müssen, um Wiederholungen zu vermeiden. Es ist ein dunkles Kapitel, das uns daran erinnert, wie leicht Menschen entmenschlicht werden können. Der Zweite Weltkrieg endete im Frühjahr 1945, aber die Nachwirkungen sind bis heute spürbar.
Die Ostfriesische Landschaft hat mit der Aberkennung von Langs Auszeichnung einen symbolischen Schritt gemacht. Es geht nicht nur darum, die Vergangenheit aufzuarbeiten, sondern auch darum, ein Zeichen zu setzen. Ein Zeichen, dass wir uns aktiv mit unserer Geschichte auseinandersetzen müssen, um die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen. Dies ist kein leichter Prozess, aber er ist nötig – für die Opfer, die Familien und für uns alle.